Forstwirtschaft
Verkehrsministerium stoppt Grünbrücken für Wildtiere
0Das Bundesverkehrsministerium hat jetzt aus Geldmangel den Neubau von sogenannten Grünbrücken gestoppt. Diese sollen sicherstellen, dass Wildtiere auch stark befahrende Fernstraßen ohne Gefahr überqueren können. Das “Bundesprogramm Wiedervernetzung” war von der Regierung als Teil des Koalitionsvertrages geplant wurden, könne aber aufgrund der “engen Spielräume” derzeit nicht gewährleistet werden, wie das Verkehrsministerium durch einen Sprecher bekanntmachen ließ. Für die neuen geplanten Baumaßnahmen sind in der Finanzierung keine weiteren Grünbrücken vorgesehen. Noch im vergangenen Jahr hat die amtierende Regierung 86 Millionen Euro für den Bau von 17 Grünbrücken bereit gestellt. Damit soll nicht nur, durch die Beibehaltung der natürlichen Wanderwege der Wildtiere, die biologische Vielfalt Deutschlands erhalten bleiben, auch die Zahl der Wildunfälle auf Autobahnen könnte dadurch verringert werden. Die bereits bezahlten Übergänge werden zwar noch gebaut, alle weiteren Pläne müssen derzeit jedoch zurückgestellt werden. Problematisch ist allerdings, dass viele Bauprojekte an diesbezügliche Forderungen durch Umweltschutzverbände geknüpft sind. Durch fehlende staatliche Zuschüsse dürfte es für die Verhandlungspartner bei umstrittenen Bauprojekten in den kommenden Jahren schwieriger werden, einen Kompromiss zu erzielen.
Phytophthora ramorum: Neuer Pilz bedroht Waldbestände Europas
0Mitte der Neunziger wurden in den US-amerikanischen Wäldern erstmals “blutende” Eichen entdeckt, die in relativ kurzer Zeit starben. Jäher Eichentod wurde die neue Baumkrankheit genannt, die längst auch in Europa Einzug gehalten hat. Hier sind es neben Bäumen auch Zierpflanzen wie der Rhododendron, die davon betroffen sind. Verursacht wird die Krankheit durch einen bis dahin unbekannten Pilz; Phytophthora ramorum. Inzwischen hat der Befall des Waldes erschreckende Ausmaße angenommen. In Großbritannien starben in den vergangenen Jahren Millionen Lärchen und auch in den USA konnte das Fortschreiten der “Infektion” zwar verlangsamt werden, aufhalten lässt sie sich bisher allerdings nicht. Das liegt in erster Linie daran, dass jeder befallene Baum einzeln mit den Pilz-tötenden Pestiziden behandelt werden muss. Obwohl in Europa bisher nur Großbritannien unter dem Erreger zu leiden hat, ist die EU inzwischen besorgt. Den der Erreger scheint aus bisher nicht geklärten Gründen schnell seine Vorlieben für eine bestimmte Baumart wechseln zu können. Dies könnte EU-weit zu wirtschaftlichen Schäden in Milliardenhöhe führen, zusätzlich zu der steigenden Umweltbelastung durch die schnelle Vernichtung ganzer Waldbestände. Erste Untersuchungen lassen Wissenschaftler hoffen, dass die Ausbreigung des Pilzes aufgrund der Wetterbedingungen auf Großbritannien beschränkt bleibt. Sabine Werres vom Julius-Kühn-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen denkt; “An der kalifornischen Westküste herrscht die meiste Zeit im Jahr eine hohe Luftfeuchtigkeit, was für die Vermehrung des Erregers günstig ist. Regen- und Nebeltröpfchen können den Erreger außerdem sehr einfach von befallenen Blättern aus verbreiten.” Falls sie sich irrt, könnte der Pilz in den kommenden Jahren an unserem ohnehin geringen Baumbestand, große Schäden anrichten.
Jagderlaubnis für Wölfe in Schweden
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Erst zum zweiten Mal, seit mehr als sechsundvierzig Jahren, hat Schweden eine Jagderlaubnis für Wölfe erteilt. 20 Tiere dürfen zwischen Mitte Januar und Mitte Februar geschossen werden, wie die Stockholmer Umweltschutzbehörde mitteilte. Mit diesen niedrigen Abschussquoten will die Behörde den Bestand der Tiere allmählich auf die von der Regierung gewünschte Zahl senken. Wölfe werden in Schweden regelmäßig in Vororten gesichtet, was vielen Städtern Angst macht. Außerdem kommt es vor, dass sie Haus- oder Zuchttiere reissen. Deshalb hat das schwedische Parlament entschieden, die Zahl der Wölfe auf 210 Tiere zu reduzieren. Der WWF kritisierte, dass die Reduzierung des Bestandes willkürlich getroffen wurde und nicht klar ist, ob die ohnehin geringe Wolfspopulation sich bei einer solchen Reduzierung erhalten kann. Die schwedische Partei der Grünen hofft, dass die Europäische Kommission Einspruch gegen die Jagderlaubnis einlegt.
Österreich klagt über Holzmangel
0Österreichs Holzindustrie hatte im vergangenen Jahr zu wenig Rohstoff. Die Produktion in 2009 ist um 16 Prozent gesunken. Doch laut Holzindustrie sollte es in 2010 wieder aufwärts gehen, denn nicht nur die Sägewerke, sondern auch die Platten- und Papierindustrie leiden unter zu wenig Holz. Auch die Exporte brachen ein. Wesentliche Exporte waren komplett weggebrochen, die Neubautätigkeit habe durch das Platzen der Immobilienblase abgenommen und auch die öffentliche Hand sei aufgrund der hohen Verschuldung zurückhaltend bei Investitionen gewesen. Die Exportquote lag nur bei 74 Prozent. Wichtige Abnehmerländer für Österreich sind Deutschland und Italien. Der Rundholzvorrat habe historische Tiefstände erreicht, was bedeutet, dass nur ein Drittel der durchschnittlichen Verfügbarkeit da ist. Die Folge sind Preissteigerungen bis zu 20 Prozent. Der Preis ist sozusagen explodiert. Der Preis stieg von bisher 70 Euro auf 85 Euro pro Meter. Doch der Holzmangel zieht sich über ganz Mitteleuropa fort. Ein Grund für den Holzmangel könnte sein, dass es nach den zahlreichen Stürmen bei gewissen Flächen eine Übernutzung gegeben hat, weshalb der Einschlag nun wieder zurückgefahren werden musste.
Bundestagsdebatte über das Bundeswaldgesetz
0NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller sagte am Mittwoch zur bevorstehenden Bundestagsdebatte: “Nach vier gescheiterten Versuchen, das Bundeswaldgesetz zu novellieren muss die Bundesregierung in dieser Legislaturperiode endlich ein Ergebnis vorlegen. Das bestehende Bundeswaldgesetz hinkt der waldpolitischen Debatte um rund zwei Jahrzehnte hinterher. Es liefert keine Antworten auf die gestiegene Holznachfrage, den Klimawandel und den fortschreitenden Verlust der Artenvielfalt. Das Bundeswaldgesetz ist somit ein wichtiger naturschutzpolitischer Prüfstein für die Politik von Schwarz-Gelb im Bund.” Deshalb fordert der Naturschutzbund eine Gesetzesänderung. Diese soll mehrere neue Aspekte mit einbeziehen. Die Weichen so Miller, sollen für eine ökologisch nachhaltige Forstwirtschaft in Deutschland gestellt werden. Eine Einführung zu ökologischen Mindeststandards für die Waldbewirtschaftung mit einem grundsätzlichen Verbot von Kahlschlägen sowie klaren Zielen für den Waldnaturschutz und das Wildtiermanagement soll das neue Gesetz beinhalten.


















