Forstwirtschaft

Phytophthora ramorum: Neuer Pilz bedroht Waldbestände Europas

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Mitte der Neunziger wurden in den US-amerikanischen Wäldern erstmals “blutende” Eichen entdeckt, die in relativ kurzer Zeit starben. Jäher Eichentod wurde die neue Baumkrankheit genannt, die längst auch in Europa Einzug gehalten hat. Hier sind es neben Bäumen auch Zierpflanzen wie der Rhododendron, die davon betroffen sind. Verursacht wird die Krankheit durch einen bis dahin unbekannten Pilz; Phytophthora ramorum. Inzwischen hat der Befall des Waldes erschreckende Ausmaße angenommen. In Großbritannien starben in den vergangenen Jahren Millionen Lärchen und auch in den USA konnte das Fortschreiten der “Infektion” zwar verlangsamt werden, aufhalten lässt sie sich bisher allerdings nicht. Das liegt in erster Linie daran, dass jeder befallene Baum einzeln mit den Pilz-tötenden Pestiziden behandelt werden muss. Obwohl in Europa bisher nur Großbritannien unter dem Erreger zu leiden hat, ist die EU inzwischen besorgt. Den der Erreger scheint aus bisher nicht geklärten Gründen schnell seine Vorlieben für eine bestimmte Baumart wechseln zu können. Dies könnte EU-weit zu wirtschaftlichen Schäden in Milliardenhöhe führen, zusätzlich zu der steigenden Umweltbelastung durch die schnelle Vernichtung ganzer Waldbestände. Erste Untersuchungen lassen Wissenschaftler hoffen, dass die Ausbreigung des Pilzes aufgrund der Wetterbedingungen auf Großbritannien beschränkt bleibt. Sabine Werres vom Julius-Kühn-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen denkt; “An der kalifornischen Westküste herrscht die meiste Zeit im Jahr eine hohe Luftfeuchtigkeit, was für die Vermehrung des Erregers günstig ist. Regen- und Nebeltröpfchen können den Erreger außerdem sehr einfach von befallenen Blättern aus verbreiten.” Falls sie sich irrt, könnte der Pilz in den kommenden Jahren an unserem ohnehin geringen Baumbestand, große Schäden anrichten.

Jagderlaubnis für Wölfe in Schweden

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Erst zum zweiten Mal, seit mehr als sechsundvierzig Jahren, hat Schweden eine Jagderlaubnis für Wölfe erteilt. 20 Tiere dürfen zwischen Mitte Januar und Mitte Februar geschossen werden, wie die Stockholmer Umweltschutzbehörde mitteilte. Mit diesen niedrigen Abschussquoten will die Behörde den Bestand der Tiere allmählich auf die von der Regierung gewünschte Zahl senken. Wölfe werden in Schweden regelmäßig in Vororten gesichtet, was vielen Städtern Angst macht. Außerdem kommt es vor, dass sie Haus- oder Zuchttiere reissen. Deshalb hat das schwedische Parlament entschieden, die Zahl der Wölfe auf 210 Tiere zu reduzieren. Der WWF kritisierte, dass die Reduzierung des Bestandes willkürlich getroffen wurde und nicht klar ist, ob die ohnehin geringe Wolfspopulation sich bei einer solchen Reduzierung erhalten kann. Die schwedische Partei der Grünen hofft, dass die Europäische Kommission Einspruch gegen die Jagderlaubnis einlegt.

Österreich klagt über Holzmangel

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Österreichs Holzindustrie hatte im vergangenen Jahr zu wenig Rohstoff. Die Produktion in 2009 ist um 16 Prozent gesunken. Doch laut Holzindustrie sollte es in 2010 wieder aufwärts gehen, denn nicht nur die Sägewerke, sondern auch die Platten- und Papierindustrie leiden unter zu wenig Holz. Auch die Exporte brachen ein. Wesentliche Exporte waren komplett weggebrochen, die Neubautätigkeit habe durch das Platzen der Immobilienblase abgenommen und auch die öffentliche Hand sei aufgrund der hohen Verschuldung zurückhaltend bei Investitionen gewesen. Die Exportquote lag nur bei 74 Prozent. Wichtige Abnehmerländer für Österreich sind Deutschland und Italien. Der Rundholzvorrat habe historische Tiefstände erreicht, was bedeutet, dass nur ein Drittel der durchschnittlichen Verfügbarkeit da ist. Die Folge sind Preissteigerungen bis zu 20 Prozent. Der Preis ist sozusagen explodiert. Der Preis stieg von bisher 70 Euro auf 85 Euro pro Meter. Doch der Holzmangel zieht sich über ganz Mitteleuropa fort. Ein Grund für den Holzmangel könnte sein, dass es nach den zahlreichen Stürmen bei gewissen Flächen eine Übernutzung gegeben hat, weshalb der Einschlag nun wieder zurückgefahren werden musste.

Bundestagsdebatte über das Bundeswaldgesetz

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NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller sagte am Mittwoch zur bevorstehenden Bundestagsdebatte: “Nach vier gescheiterten Versuchen, das Bundeswaldgesetz zu novellieren muss die Bundesregierung in dieser Legislaturperiode endlich ein Ergebnis vorlegen. Das bestehende Bundeswaldgesetz hinkt der waldpolitischen Debatte um rund zwei Jahrzehnte hinterher. Es liefert keine Antworten auf die gestiegene Holznachfrage, den Klimawandel und den fortschreitenden Verlust der Artenvielfalt. Das Bundeswaldgesetz ist somit ein wichtiger naturschutzpolitischer Prüfstein für die Politik von Schwarz-Gelb im Bund.” Deshalb fordert der Naturschutzbund eine Gesetzesänderung. Diese soll mehrere neue Aspekte mit einbeziehen. Die Weichen so Miller, sollen für eine ökologisch nachhaltige Forstwirtschaft in Deutschland gestellt werden. Eine Einführung zu ökologischen Mindeststandards für die Waldbewirtschaftung mit einem grundsätzlichen Verbot von Kahlschlägen sowie klaren Zielen für den Waldnaturschutz und das Wildtiermanagement soll das neue Gesetz beinhalten.

Maikäferplage in Hessen

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Die hessischen Wälder werden aktuell von einer regelrechten Maikäferplage heimgesucht.

Maikäfer graben sich nach ihrer Metarmophose im April und Mai aus dem Boden und ernähren sich hauptsächlich von den Blättern der Laubbäume. Nur vier bis sieben Wochen hat ein juveniler Maikäfer Zeit, sich zu paaren und Eier zu legen, bevor er stirbt.

Die größere Gefahr für unsere Wälder geht von den Larven, den sogenannten Engerlingen aus. Sie ernähren sich von den Wurzeln der Bäume und können so, wenn sie zahlreich auftreten, ganze Wälder abtöten.

Vier Jahre brauchen sie bis zur vollständigen Geschlechtsreife und haben in dieser Zeit einen hohen Energiebedarf. Das besondere an Maikäfern ist, das die Zyklen in denen die Larven schlüpfen regional synchronisiert sind. Nach drei Jahren mit geringem Maikäferbestand treten sie im vierten Jahr in wesentlich größerer Anzahl auf. Dazu kommt, dass die Tiere aus bisher nicht geklärten Gründen ca. alle 30 bis 45 Jahre in geradezu seuchenartigem Ausmaß vorkommen. Eine solche Plage droht jetzt den hessischen Wäldern. Bis zu 176 Engerlinge pro Quadratmeter wurden bei Probegrabungen von Forstmitarbeitern gezählt. Das einzige bewährte Mittel gegen Maikäfer ist Gift, dass allerdings auch andere Insekten und fleischfressende Kleinsäuger tötet. Deshalb wird erst einmal versucht, die Anzahl der Larven auf natürlichem Wege zu dezimieren. Die Experten sind allerdings eher skeptisch, da alle ähnlichen Bemühungen in der Vergangenheit gescheitert sind.

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