Klima
Tropensturm wütet über China
0Der schwere Tropensturm “Muifa”, der seit Tagen über China und Korea tobt und durch den mindestens vier Menschen ums Leben kamen, hat jetzt einen Deich im Norden Chinas eingerissen, der als Schutzdeich für eine Chemiefabrik fungierte. Dadurch mussten die Menschen der Umgebung auf unbestimmte Zeit evakuiert werden. Bisher teilten die chinesischen Behörden den Nachrichtenagenturen nicht mit, welche eventuell gefährlichen Chemikalien aus dem beschädigten Chemiewerk auslaufen könnten. Bekannt ist, dass in der Fabrik eine brennbare und krebserregende Flüssigkeit namens Paraxylol hergestellt wird, die für die Herstellung verschiedener Polyesterfasern und Filmmaterial benutzt wird. Arbeiter versuchen derzeit den Deich wieder instand zu setzen. Der Sturm “Muifa” zog zuvor schon über den Osten Chinas. Er zerstörte dabei mehr als 170 Häuser und verursachte nach bisherigen Schätzungen finanzielle Schäden in Höhe von 207 Euro. Auch in Nord- und Südkorea verursachte der Sturm schwere, noch nicht näher benannte Schäden und bewirkte einen Stromausfall in 320.000 Haushalten.
Megasturm wütet in Australien
0Der Monstersturm “Yasi” hat, zwei Stunden später als erwartet, den Nordosten Australiens heim gesucht. Mit einer Sturmstärke fünf ist er ähnlich gewaltig, wie der Hurrikan “Katrina” vor fünf Jahren. Glücklicherweise hatten die Menschen einen Tag lang Zeit, sich darauf vorzubereiten. Seit Dienstag waren zehntausende, vor allem ältere und kranke Menschen, aus den gefährdeten Gebieten evakuiert worden. Diejenigen, die nicht bereit waren ihr Heim zu verlassen, verbarrikadierten ihre Häuser und bekamen Anweisungen, wie sie sich am sichersten im Falle einer Beschädigung oder Zerstörung ihres Hauses zu verhalten haben. Mit einer Geschwindigkeit von 290 Stundenkilometern begann der Sturm gegen Mitternacht in den Orten Innisfail und Cardwell zu wüten. Strommasten und Bäume wurden ausgerissen oder umgeknickt und die Dächer etlicher Häuser abgedeckt. Selbst Notunterkünfte blieben wurden teilweise zerstört. Neun Meter hohe Wellen überrollten die Küste und überfluteten ganze Ortschaften. Nach fast vier Stunden zog er weiter ins Landesinnere. Anna Bligh, Regierungschefin von Queensland, sprach der Bevölkerung der Gegend um Cairns, die am stärksten betroffen war Mut zu, wies aber auch darauf hin, dass dies der stärkste Sturm seit 1918 sei: “Die nächsten 24 Stunden werden, offen gesagt, 24 sehr furchteinflößende Stunden werden”. 4000 Soldaten stehen bereit, um nach Ende des Sturms erste Hilfe leisten zu können. Wie schwer das Ausmaß der Zerstörung ist, dass der Sturm bisher angerichtet hat, kann noch nicht abgeschätzt werden. Meteorologen haben allerdings berechnet, dass “Yasi” weitaus gefährlicher ist, als der Sturm der 1974 in der australischen Stadt Darwin 71 Menschen das Leben kostete und 90 Prozent aller Häuser der Stadt zerstörte.
Update:
Australien ist es gelungen, den Jahrhundertsturm “Yasi” zu überstehen, ohne den Verlust von Menschenleben beklagen zu müssen. Drei Menschen werden allerdings noch vermisst. Das glimpfliche Überstehen des Sturms, ist vor allem den hervorragenden Präventionsmaßnahmen der australischen Regierungsbehörden zu verdanken. Mit einer Geschwindigkeit von 290 Kilometer pro Stunde, tobte der “Monster-Zyklon”, über die sehr dicht besiedelte Nordostküste Australiens. Dabei richtete er große Schäden an. Noch immer kann die Zahl der zerstörten Häuser nicht genau beziffert werden. Da der Sturm auch die Infrastruktur in Queensland schwer beschädigt hat, sind derzeit 177.000 Menschen ohne Strom. Neben Wohn- und Geschäftshäusern, wurde auch der Viehbestand und die Ernte unzähliger Höfe vernichtet. Trotzdem sind die Menschen über den Ausgang der Katastrophe erleichtert. Umweltexperte John Merson, von der Universität New South Wales warnt jedoch, dass sich Australien wegen des Klimawandels auf eine Häufung schwerer Katastrophen einstellen muss. Merson: “Wegen des Klimawandels haben wir einen Wirbelsturm der Kategorie fünf – aber seltsamerweise ignorieren wir diese Tatsache völlig”
Warme Meeresströmungen beschleunigen Eisschmelze zunehmend
0Wie eine neue Studie zeigt, wird das Abtauen des Meereseises durch warme Atlantikströmungen zusätzlich beschleunigt. Robert Spielhagen vom Leibniz-Institut, konnte dies durch die Untersuchung von Meeressedimenten feststellen. In der Nähe des Meeresbodens lebende Kleinstlebewesen hinterlassen nach ihrem Tod Kalkschalen, die zu Boden sinken. Da verschiedene Arten verschiedene Wassertemperaturen zum Überleben benötigen, kann durch die Zuordnung der Funde zu der jeweiligen Art die Temperatur des Wassers vergangener Jahrhunderte sehr genau bestimmt werden. Spielhagen: “Vieles spricht dafür, dass der beschleunigte Rückgang des Meereises und die in den vergangenen Jahrzehnten gemessene Erwärmung von Ozean und Atmosphäre in der Arktis unter anderem eine Folge des verstärkten Wärmetransports aus dem Atlantik sind”. Die Untersuchung bewies, dass die Wassertemperatur zwischen Grönland und Spitzbergen in den letzten hundert Jahren um zwei Grad Celsius angestiegen ist. “Die heutigen Temperaturen des Atlantikwassers in der Framstraße liegen etwa 1,5 Grad Celsius höher als etwa im klimatisch warmen Hochmittelalter. Eine solche Erwärmung von Atlantikwasser in der Framstraße hebt sich wesentlich von den Klimaschwankungen der vergangenen 2.000 Jahre ab”, warnt der Geologe. Welche Auswirkungen das Schmelzen des Meereises langfristig auf uns haben wird, kann bisher nicht abschließend belegt werden.
Harter Winter: Kälte, Schnee, Verkehrschaos
0Dieser Winter bringt neue Kälterekorde. Besonders im Osten Deutschlands leiden die Menschen unter Temperaturen von minus 20 Grad Celsius. In vielen Ostdeutschen Städten wurden schon Tiefsttemperaturen gemessen, die in unseren Breitengraden kaum nur zu unterbieten sind. So wurden in Dippoldiswalde (Erzgebirge) minus 22,2 Grad, in Tirschenreuth (Oberpfalz) sogar minus 23,4 Grad Celsius gemessen. Wie Meteorologen erklären, wirkt zusätzlich die hohe Schneedecke, die in einigen Gegenden bis zu 65 Zentimeter hoch ist, als Kälteakku. Im Westen Deutschlands ist es dagegen wesentlich weniger kalt. Dafür sorgen milde Luftschichten, die aus Frankreich Richtung Osten ziehen. Beeinträchtigt wird dadurch vor allem der Verkehr. So häufen sich die Ausfälle der Deutschen Bahn wegen gefrorener Leitungen und durch die Schneelast umgeknickte Bäume, die die Gleisen blockieren. Auch geht vielen Städten und Gemeinden schon jetzt das Streusalz aus, da die wenigsten Verantwortlichen einen so frühen Winterbeginn eingeplant haben. Wer rechnet auch schon mit Schnee im Dezember
Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer fordert die Bevölkerung zu mehr Gelassenheit im Winter auf und kritisiert die deutsche “Anspruchsmentalität”. Ramsauer: “Ein bisschen Demut vor der Natur und ein bisschen Nachsicht bei höherer Gewalt würde nicht schaden.” Damit hat er wohl nicht ganz unrecht. Allerdings wissen alle die regelmäßig mit der Bahn fahren, dass extreme Wetter für die Bahn AG nur willkommene Ausreden sind. Regelmäßige Verspätungen und Ausfälle sind auch bei lauer Frühlingsluft Normalität. Natürlich würden nur sehr misstrauische Menschen dafür die drastische Reduzierung des Bahnpersonals verantwortlich machen. Insofern; mehr Demut vor dem Wetter – mehr Wut auf die Bahn AG.
Globale Erwärmung: Wieso wird es im Winter kälter?
0Aufgrund des von uns verursachten Klimawandels erwarten uns zukünftig nicht nur heißere Sommer, sondern auch kältere Winter. Der Grund dafür liegt in den Luftströmungen. Das in der Arktis schrumpfende Eis führt dazu, dass dort die unteren Luftschichten aufgeheizt werden, was wiederum die Luftzirkulation verändert. Vladimir Petoukhov, vom Potsdamer Institut für Klimaforschung erklärt: “Diese Störungen könnten die Wahrscheinlichkeit des Auftretens extrem kalter Winter in Europa und Nordasien verdreifachen. Harte Winter wie der vergangenen Jahres oder jener 2005/06 widersprechen nicht dem Bild globaler Erwärmung, sondern vervollständigen es eher. Unsere Simulationen haben eine ziemlich deutliche nichtlineare Reaktion der Lufttemperatur und der Winde erkennen lassen, als wir im Rechner die Ausdehnung der Eisdecke haben schrumpfen lassen.” Als ziemlich stark, bezeichneten er und seine Kollegen den Zusammenhang, zwischen dem schmelzenden Eis und den tieferen Temperaturen im Winter. Allmählich macht sich auch die Erkenntnis unter den Politikern der USA und China breit, dass es im Eigeninteresse ist, eine weitere Klimaänderung zu vermeiden. Wie der US-Energieminister Steve Chu jetzt bekannt gab, planen Peking und Washington zukünftig eine umfassende Zusammenarbeit bei der Entwicklung abgaßarmer Fahrzeuge und der allgemeinen Verminderung von Kohlendioxidausstoßes. In der größten Forschungskooperation, die bisher zwischen beiden Ländern vereinbart wurde, werden China und die USA 150 Millionen Euro zur Verfügung stellen, um neue und Abgaßarme Technologien zu entwickeln. Im Rahmen dieses Paktes verpflichten sich auch 60 der größten Städte weltweit freiwillig, ihren Ausstoß an CO² drastisch zu senken. Der Bürgermeister von Mexiko-Stadt, Marcelo Ebrard dazu: “Wir werden zum ersten Mal ein Abkommen unterzeichnen, das Ziele für die Reduzierung von Emissionen festlegt”. Dies soll vor allem auch als Vorbild für andere Städte dienen. Bleibt zu hoffen, dass es für eine gravierende Verbesserung nicht schon zu spät ist.


















