Klima

Arktisches Eis schmilzt von oben und unten

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Das Schmelzen des arktischen Schelfeises erfolgt nicht hauptsächlich, wie bisher angenommen, nur von oben durch längere und wärmere Sonneneinstrahlung. Eine umfangreiche Untersuchung US-amerikanischer Wissenschaftler konnte statt dessen nachweisen, dass das Eis der Antarktis mindestens zur Hälfte von unten abschmilzt. Als Schelfeis werden große, auf dem Meer schwimmende Eisplatten bezeichnet, die noch mit dem Land fest verbunden sind. Dadurch bieten sie vielen Tieren unersätzlichen Lebensraum. Nach den jetzt im Wissenschaftsmagazin “Science” veröffentlichten Untersuchungsergebnisse, verringern sich deren Eismasse durch warmes Meerwasser, dass den im Wasser befindlichen, größeren Teil dieser Eisberge schneller schmelzen lässt, als befürchtet. In den Eisbergen der Antarktis sind rund 60 Prozent des gesamten globalen Süßwassers gespeichert. Das mit dem Land verbundene, vorgelagerte Schelfeis bremst dabei das Kontinentaleis von den Gletschern und verringert so deren abdriften ins Meer, wo es auch eine große Gefahr für die internationale Schifffahrt darstellt, bis es allmählich komplett geschmolzen ist. Verringert sich die Masse der Schelfeisflächen, steigert das zusätzlich die Geschwindigkeit der Gesamtschmelze des arktischen Eises. Der an der Untersuchung beteiligte NASA-Wissenschaftler, Eric Rignot warnt vor den globalen Folgen der Eisschmelze: ” [...] in vielen Orten der Antarktis schmilzt das Eis zu schnell und daraus folgt, dass sich die Gletscher und der ganze Kontinent verändern.”

Vorbereitungstreffen für Klimagespräche 2015

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Das erste Vorbereitungstreffen für die Klimagespräche während der UN-Konferenz in Warschau wird von den Umwelt- und Entwicklungsorganisationen als größtenteils positiv bewertet. Wie der Oxfamer Klimaexperte, Jan Kowalzig, bei der anschließenden Pressekonferenz mitteilte, sind die den Klimagesprächen vorausgehenden Beratungen der Experten “gut vorangekommen”. Allerdings kritisiert er die nicht ausreichend hohen Klimaziele, der Industrieländer. Als vielversprechend lobt er dagegen die ersten Angebote der Entwicklungsländer. Kowalzig: “Es liegen nun Vorschläge vieler Entwicklungsländer auf dem Tisch, wie eine gerechte Lastenverteilung im globalen Klimaschutz in einem neuen Klima-Vertrag ab 2020 organisiert werden könnte”. Die Klimaziele der EU sind, nach Ansicht der Experten, jedoch nicht ausreichend, um die zu erwartenden massiven Folgen der Klimaerwärmung zu mindern. “Die EU versinkt im Klimaschlaf”, beschwerte sich auch Sven Harmeling, von “Germanwatch”. Auf den Vorbereitungstreffen werden, wie im vergangenen Jahr auf der Klimakonferenz in Doha vereinbart, durch Arbeitsgruppen aller beteiligter Länder und internationaler Umweltorganisationen, die Details der nächsten Klimakonferenz 2015 vorbereitet. Die wichtigste Maßnahme für den Klimaschutz ist derzeit die Senkung des Kohlendioxid-Ausstoßes und die Möglichkeiten der Industrieländer, die Entwicklungsländern bei der Umsetzung dieser Maßnahmen zu unterstützen.

IEA warnt vor Klimaerwärmung

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Nach Beurteilung der Internationalen Energieagentur (IEA) wird die Erderwärmung möglicherweise wesentlich schlimmer ausfallen, als bislang angenommen. Ausgehend vom aktuellen Entwicklungsstand errechnete die IEA eine Klimaerwärmung von mindestens 3,6 bis 5,3 Grad Celsius, bis zum Ende des Jahrhunderts. Das von der internationalen Staatengemeinschaft anvisierte Ziel, die Erderwärmung in dieser Zeit auf 2 Grad zu begrenzen, wird mit den bisherigen Maßnahmen nicht erreicht. Der von der IEA vorgelegte Klimabericht zeigt auf, dass sich der Ausstoß von klimaschädigenden Treibhausgasen 2012 noch um 1,4 Prozent erhöht hat. Agenturchefin Maria von der Hoeven erklärte, dass es noch sehr viel Potential für die Senkung des CO²-Ausstoßes gibt, ohne die Wirtschaft zu beeinträchtigen. Werden diese absolut notwendigen Maßnahmen jedoch unterlassen, wird dies schon in wenigen Jahrzehnten schwere gesellschaftliche und wirtschaftliche Beeinträchtigungen nach sich ziehen. Um das zu vermeiden ist es notwendig, ohne weitere Verzögerung, die Emissionen zu verringern. Bis 2020 sollte eine Senkung um acht Prozent vorgenommen werden, so die Energieagentur, um die massiven Folgen der Erderwärmung zu verhindern. Mögliche Maßnahmen wären der Verzicht auf Kohlekraftwerke, eine Kürzung der Subventionen für konventionelle Treibstoffe, oder die Effizienzsteigerung im Industrie-, Verkehr- und Transportwesen.

Hochwasser verlagert sich Richtung Norden

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Noch immer kämpfen Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg gegen das Elbe-Hochwasser. Allein in Magdeburg mussten bisher 23.500 Menschen ihr Zuhause verlassen, nachdem der Wasserpegel am Sonntag mit 7,48 Metern einen neuen Höchststand erreicht hat. Die ohnehin schon prekäre Lage wird derweil durch anonyme Drohungen, Anschläge auf verschiedene Deiche zu verüben, noch verstärkt. Am schlimmsten ist aktuell Magdeburg von den Fluten betroffen. Hier erstreckt sich die Hochwassergefahr über eine Strecke von rund 40 Kilometern, dem längsten Hochwasserscheitel, den es bisher je in Deutschland gab. Durch die Länge der betroffenen Strecke dauert auch die Belastung der Deiche länger an. Deshalb rechnet die Hochwasserzentrale mit mehreren Deichbrüchen in dieser Woche. Nicht nur die Häuser vieler Menschen, auch das Umspannwerk und damit die Stromversorgung, ist durch die Wassermassen gefährdet. Deshalb musste hier die Zahl der Helfer Anfang der Woche auf 2200 verdoppelt werden. Während in den südlicher gelegenen Flutgebieten allmählich Entwarnung gegeben werden kann, müssen sich jetzt auch die nördlich an der Elbe gelegenen Ortschaften auf den erwarteten Anstieg der Oberelbe vorbereiten. So wurden Anfang der Woche, im Niedersächsischen Hitzacker und in Lauenburg in Schleswig-Holstein große Wohngebiete evakuiert. Das unerwartet schwere Hochwasser beschäftigt in dieser Woche auch die Politik. Auf der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag wollen die Regierungschefs, gemeinsam mit Kanzlerin Merkel, über die nötigen Hilfsmaßnahmen für die Geschädigten sprechen. Bundespräsident Joachim Gauck rief derweil alle Bürger zur Solidarität mit den Opfern auf.

Meeresspiegelanstieg kommt schneller als erwartet

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Bisher gingen Wissenschaftler davon aus, dass die Antarktis als natürlicher „Puffer“ dem klimabedingten Anstieg des Meeresspiegels entgegenwirkt. Diese Hoffnung hat sich jetzt zerschlagen. Klimatologen hatten errechnet, dass der Treibhauseffekt am Südpol zu häufigeren Schneefällen führt, was einen Großteil des am Nordpol geschmolzenen Eis-Wassers in Form von Schnee bindet. Computersimulationen, die am Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung durchgeführt werden zeigen jedoch, dass das Gewicht der zusätzlichen Schneemassen das darunter liegende Eis tiefer ins Wasser drückt, wo es schmilzt. Dadurch gleicht sich zwar der positive Effekt nicht völlig aus, er wird jedoch stark vermindert. “Wir wissen jetzt, dass der Schneefall in der Antarktis uns nicht vor dem Anstieg des Meeresspiegels retten wird”, erklärt der Forschungsleiter Levermann. “Der Meeresspiegel steigt – das ist Tatsache. Jetzt müssen wir verstehen, wie viel Zeit uns bleibt, um die Infrastruktur an unseren Küsten anzupassen.” Doch nicht nur auf Küstenstädte wird der Klimawandel Einfluss haben. Wärmere Luft speichert mehr Feuchtigkeit als kältere, was nicht nur in der Antarktis zu stärkeren Schneefällen und Niederschlag führen wird. Auch Deutschland muss zukünftig mit langanhaltenden heftigen Unwettern rechnen. Die Hoffnung der Klimaforschung, dass der Meeresspiegelanstieg aufgrund der Schnee-Ablagerung auf der Antarktis noch bis zu 100 Jahren hinaus gezögert werden könnte, erfüllt sich voraussichtlich nicht. Und das bedeutet, dass bereits innerhalb der nächsten Jahrzehnte weltweit extremere Wetterschwankungen und die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen des Klimawandels unser Leben beeinflussen werden.

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