Umwelt

Hälfte aller Wiesen-Schmetterlinge verschwunden

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Die Europäische Umweltorganisation EUA warnte erneut vor der Nutzung von Insektiziden in der Landwirtschaft. So sind beispielsweise, innerhalb der letzten zwanzig Jahre, bereits die Hälfte der europäischen Wiesen-Schmetterlinge verschwunden. Schmetterlinge sind ein wichtiger Indikator für die Gesundheit eines Biotops, weshalb ihr Verschwinden auch auf den Verlust vieler anderer Insektenarten schließen lässt. Von allen 17, der zwischen 1990 und 2011 untersuchten Schmetterlingsarten, ging die Anzahl der Exemplare drastisch zurück. Acht Arten, wie beispielsweise der Hauhechel-Bläuling, sind kaum noch anzutreffen. Die Bestände sechs weiterer Arten sind im gleichen Zeitraum so stark zurück gegangen, dass sie in wenigen Jahren ebenfalls kaum noch zu sehen sein werden. “Wir müssen die Bedeutung dieser Schmetterlinge und anderer Insekten anerkennen”, mahnt Hans Bruynickx, der Chef der EUA. Insekten spielen eine maßgebende Rolle bei der Bestäubung von Wild- und Nutzpflanzen und sind die Grundlage jedes funktionierenden Ökosystems. Durch ihr Verschwinden sind deshalb nicht nur die Schmetterlinge, sondern auch die Populationen vieler anderer Arten gefährdet.

Landwirte leiden unter Klima und Hochwasser

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Das gerade überstandene Hochwasser und das in ganz Deutschland viel zu kalte Wetter, für diese Jahreszeit, wird zu hohen Verlusten in der Landwirtschaft führen. Schon der lange Winter und der späte Frühlingsbeginn verursachten Ernteverzögerungen, beispielsweise bei Frühgemüse, Erdbeeren und Spargel. Durch den dann anhaltend einsetzenden Regen verdarb danach noch ein großer Teil der Feldfrüchte. Joachim Rudwied, vom deutschen Bauernverband, fordert deshalb schnelle Unterstützung für Landwirte, von der Regierung. Da die stark durchnässten Böden noch lange nicht wieder tragfähig sein werden, rechnet er mit höheren Verlusten, als bisher angenommen. Rudwied: “Ich schließe nicht aus, dass bei der Schlussbilanz der derzeit geschätzte Schaden von 430 Millionen Euro weiter nach oben verändert werden muss.” Deswegen sollten auch Landwirte in den von der Regierung aufgelegten Fluthilfefonds aufgenommen werden. “Wir fordern, vom Hochwasser betroffenen Bauern zu helfen, indem sie 500 Euro pro Hektar als Soforthilfe bekommen. Da stehen Existenzen auf dem Spiel”, erklärt er in einem Interview gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Noch besteht zumindest Hoffnung für die Ernte der späteren Kulturen, wie Getreide, Mais, Obst oder Weintrauben. Um die Verluste des Jahresbeginns wenigstens halbwegs auszugleichen, müsste sich das weitere Wetter allerdings optimal entwickeln. Davon ist bisher jedoch nichts zu spüren.

Hochwasser verlagert sich Richtung Norden

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Noch immer kämpfen Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg gegen das Elbe-Hochwasser. Allein in Magdeburg mussten bisher 23.500 Menschen ihr Zuhause verlassen, nachdem der Wasserpegel am Sonntag mit 7,48 Metern einen neuen Höchststand erreicht hat. Die ohnehin schon prekäre Lage wird derweil durch anonyme Drohungen, Anschläge auf verschiedene Deiche zu verüben, noch verstärkt. Am schlimmsten ist aktuell Magdeburg von den Fluten betroffen. Hier erstreckt sich die Hochwassergefahr über eine Strecke von rund 40 Kilometern, dem längsten Hochwasserscheitel, den es bisher je in Deutschland gab. Durch die Länge der betroffenen Strecke dauert auch die Belastung der Deiche länger an. Deshalb rechnet die Hochwasserzentrale mit mehreren Deichbrüchen in dieser Woche. Nicht nur die Häuser vieler Menschen, auch das Umspannwerk und damit die Stromversorgung, ist durch die Wassermassen gefährdet. Deshalb musste hier die Zahl der Helfer Anfang der Woche auf 2200 verdoppelt werden. Während in den südlicher gelegenen Flutgebieten allmählich Entwarnung gegeben werden kann, müssen sich jetzt auch die nördlich an der Elbe gelegenen Ortschaften auf den erwarteten Anstieg der Oberelbe vorbereiten. So wurden Anfang der Woche, im Niedersächsischen Hitzacker und in Lauenburg in Schleswig-Holstein große Wohngebiete evakuiert. Das unerwartet schwere Hochwasser beschäftigt in dieser Woche auch die Politik. Auf der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag wollen die Regierungschefs, gemeinsam mit Kanzlerin Merkel, über die nötigen Hilfsmaßnahmen für die Geschädigten sprechen. Bundespräsident Joachim Gauck rief derweil alle Bürger zur Solidarität mit den Opfern auf.

Sachverständigenrat gegen Fracking

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Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) hat sich, nach einer umfangreichen Untersuchung, gegen die Förderung von Schiefergas aus tieferen Gesteinsschichten, dem sogenannten Fracking, positioniert. “Fracking leistet keinen Beitrag zur Energiewende”, erklärt der Vorsitzende des SRU, Martin Faulstich, da Deutschland über keine so hohe Mengen an Schiefergas verfügt, dass dies Einfluss auf die Versorgungssicherheit hätte. Außerdem fehlt es an Erfahrung im Umgang mit den möglichen Folgen des umstrittenen Abbaus. Den postulierten großen Nutzen des Fracking für die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie, hält der Sachverständigenrat für “überzeichnet”. Fracking ist das Hydraulic-Fracturing-Verfahren, bei dem Gas mithilfe von, in tiefe Gesteinsschichten eingebrachte Chemikalien, aus Schiefer gelöst wird. Diese bisher in Deutschland nicht genutzte Technologie ist stark umstritten, da eine hohe Gefahr besteht, dass Teile der Chemikalien in das Grundwasser gelangen. Allerdings stimmte der SRU zu, das wissenschaftlich begleitete und “transparente” Pilotprojekte durchgeführt werden dürften. Deren Kosten sollten aber “selbstverständlich” die darauf drängende Industrie tragen. Außerdem müsse vorher geklärt werden, wie die nötige Sicherheit für Umwelt und Grundwasser gewährleistet werden soll. Auch für eventuelle Pilotprojekte muss vorab eine Umweltverträglichkeitsprüfung erfolgen. Bisher wird Fracking vor allem in den USA in großem Umfang genutzt. Die Regierungskoalition hatte in der letzten Mai-Woche entschieden, das Fracking-Verfahren, unter scharfen Auflagen, auch in Deutschland zu erlauben.

Bangkok rechnet mit Überflutung

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Bangkok bereitet sich erneut auf eine Überflutung vor, die über Wochen anhalten könnte. Das Hochwasser in Thailand hat inzwischen einen Stand erreicht, der die Behörden befürchten lässt, dass eine Überflutung der thailändischen Hauptstadt Bangkok nicht aufzuhalten ist. Bis zu sechs Wochen könnte es dauern, bis das Hochwasser wieder sinkt, warnt die Regierungschefin, Yingluck Shinawatra. Es wird mit Überschwemmungen innerhalb der Stadt von bis zu vier Metern Höhe gerechnet. Die Behörden versuchen zwar die Schleusen und Kanäle vorzubereiten, durch die das Wasser abgeleitet werden kann, doch die Regierungschefin rechnet mit vielen Faktoren, die nicht im Voraus einzukalkulieren sind. Nachdem die Bevölkerung bereits etliche Supermärkte in Bangkok leer gekauft hat, richtete die Stadtverwaltung jetzt ein Zentrum ein, in dem Lebensmittel an Alle verteilt werden. Derweil steigt der Druck auf die Dämme um Bangkok, durch den steigenden Wasserpegel. 3000 Menschen in der Nähe des Chao-Phraya-Flusses, mussten bereits evakuiert werden. In der noch trockenen Hauptstadt versuchen die Bewohner ihre Häuser mit Sandsäcken zu schützen. Seit über zwei Monaten kämpft Thailand gegen die stärksten Regenfälle und Überschwemmungen, die es seit Jahrzehnten erlebt hat. Neun Millionen Menschen wurden bereits obdachlos, 350 Menschen starben bisher.

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