Umwelt

Dioxin-Skandal erschüttert Deutschland

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In Niedersachsen mussten 1000 Bauernhöfe gesperrt werden, weil in den von ihnen verkauften Eiern das hochgiftige und krebserregende Dioxin gefunden wurde. Ein Sprecher des Landwirtschaftsministerium Hannover gab bekannt, dass es mindestens eine Woche dauern werde, alle geschlossenen Betriebe auf Dioxin in ihren Produkten zu untersuchen. Das Ministerium räumt dem Verbraucherschutz Vorrang gegenüber den Rechten der Hofbesitzer ein. Nach derzeitigem Kenntnisstand haben die Landwirte aller Betriebe, in deren Eier Dioxin gefunden wurde, ihr Tierfutter über die selbe Firma in Schleswig-Holstein bezogen. Aktuell wird geprüft, ob ein dort verwendetes und mit Dioxin belastetes Mischfett, das eigentlich für den Einsatz als Biodiesel gedacht war, unter das Futter gemischt wurde. Bestätigt sich der Verdacht, dann sind nicht nur Hühnerfarmen, sondern auch Puten- und Schweinemast davon betroffen. Wie viel der verseuchten Lebensmittel bereits in den Handel gelangt sind, kann das Ministerium bisher nicht einschätzen. Sicher ist, dass bereits ein Teil der verseuchten Eier von Verbrauchern gekauft und verzehrt worden. In der vergangenen Woche wurden höhere Dioxin-Konzentrationen erstmals in einem Legehennenbetrieb in Nordrhein-Westfalen gemessen. Demnach wären bereits circa 80.000 bis 100.000 belastete Eier verkauft worden. Zwar betont das Veterinäramt, dass die gemessenen Werte nicht gesundheitsschädlich seien, aber durch Konsumierung verschiedener verseuchter Produkte summiert sich die Belastung für die Verbraucher.

Update 1:

Dioxinskandal weitet sich aus – auch Sachsen betroffen

Nach dem in mehreren niedersächsischen Betrieben Dioxin-verseuchte Eier gefunden wurden, hat das Gesundheitsamt auch in anderen Bundesländern verstärkt Kontrollen durchgeführt. Dabei wurde festgestellt, dass verseuchte Futtermittel auch an landwirtschaftliche Betriebe in Sachsen geliefert wurden. Zwei Agrarbetriebe, darunter ein Geflügelhof, mussten vorläufig gesperrt werden. Nach Angaben des Sprechers des sächsischen Sozialministeriums Ralph Schreiber, sind von hier noch keine Eier in den Handel gelangt. Entwarnung kann allerdings nicht gegeben werden, da noch immer geprüft wird, wie viele der hier ansässigen Agrarbetriebe vergiftete Futtermittel bezogen haben. Normalerweise ist Dioxin in Eiern nichts ungewöhnliches. Allerdings wird durch zu hohe Konzentrationen Krebs ausgelöst. Deshalb werden alle Betriebe, die Futter aus des ursächlich dafür verantwortlichen Futtermittelherstellers aus Schleswig-Holstein bezogen haben, vorsorglich gesperrt. Erhärtet sich der Verdacht auf eine Vergiftung, müssen die betroffenen Tiere getötet und entsorgt werden.

Update 2:

Welche Eier sind Dioxinbelastet?

Für Verbraucher ist es fast unmöglich festzustellen, ob die von ihnen in den letzten Wochen gekauften Eier zu den Dioxin-belasteten Lebensmitteln gehören, die durch verseuchtes Futter die gesetzlichen Grenzwerte überschreiten. Zwar hat das Nordrhein-Westfälische Umweltministerium die Stempelnummern der Erzeuger veröffentlicht, bei denen belastete Eier oder Fleisch gefunden worden war, aber daraus lässt sich nur schwer ableiten, ob auch die gekauften Eier eine höhere Dioxin-Konzentration aufweisen. Außerdem konnten noch nicht alle belieferten landwirtschaftlichen Betriebe ermittelt werden. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit recherchierte, dass im November und Dezember 2010 insgesamt 2700 Tonnen Mischfettsäuren unter Tierfutter gemischt wurden , die ausschließlich für die industrielle Produktion vorgesehen waren. Lieferungen des damit verseuchten Futters gingen an Futtermittelhersteller in vier deutschen Bundesländern. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Futterfett-Lieferanten “Harles und Jetzsch”, deren Geschäftsführer Siegfried Sievert zugab: ” …war leichtfertig der irrigen Annahme, dass die Mischfettsäure, die bei der Herstellung von Biodiesel aus Palm-, Soja- und Rapsöl anfällt, für die Futtermittelherstellung geeignet ist”. Unwahrscheinlich, dass dies so stimmt. Wie meist dürfte es sich auch hierbei eher um einen aufgedeckten Versuch der Gewinnmaximierung handeln. Die Verbraucherzentrale fordert mehr Transparenz und eine bessere Möglichkeit für Kunden festzustellen, ob ihre Lebensmittel von höheren Dioxinwerten betroffen sind: “Die Behörden müssen die Öffentlichkeit aktiv informieren, welche Hersteller, Händler und Chargennummern betroffen sind.”

Harter Winter: Kälte, Schnee, Verkehrschaos

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Dieser Winter bringt neue Kälterekorde. Besonders im Osten Deutschlands leiden die Menschen unter Temperaturen von minus 20 Grad Celsius. In vielen Ostdeutschen Städten wurden schon Tiefsttemperaturen gemessen, die in unseren Breitengraden kaum nur zu unterbieten sind. So wurden in Dippoldiswalde (Erzgebirge) minus 22,2 Grad, in Tirschenreuth (Oberpfalz) sogar minus 23,4 Grad Celsius gemessen. Wie Meteorologen erklären, wirkt zusätzlich die hohe Schneedecke, die in einigen Gegenden bis zu 65 Zentimeter hoch ist, als Kälteakku. Im Westen Deutschlands ist es dagegen wesentlich weniger kalt. Dafür sorgen milde Luftschichten, die aus Frankreich Richtung Osten ziehen. Beeinträchtigt wird dadurch vor allem der Verkehr. So häufen sich die Ausfälle der Deutschen Bahn wegen gefrorener Leitungen und durch die Schneelast umgeknickte Bäume, die die Gleisen blockieren. Auch geht vielen Städten und Gemeinden schon jetzt das Streusalz aus, da die wenigsten Verantwortlichen einen so frühen Winterbeginn eingeplant haben. Wer rechnet auch schon mit Schnee im Dezember ;-)

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer fordert die Bevölkerung zu mehr Gelassenheit im Winter auf und kritisiert die deutsche “Anspruchsmentalität”. Ramsauer: “Ein bisschen Demut vor der Natur und ein bisschen Nachsicht bei höherer Gewalt würde nicht schaden.” Damit hat er wohl nicht ganz unrecht. Allerdings wissen alle die regelmäßig mit der Bahn fahren, dass extreme Wetter für die Bahn AG nur willkommene Ausreden sind. Regelmäßige Verspätungen und Ausfälle sind auch bei lauer Frühlingsluft Normalität. Natürlich würden nur sehr misstrauische Menschen dafür die drastische Reduzierung des Bahnpersonals verantwortlich machen. Insofern; mehr Demut vor dem Wetter – mehr Wut auf die Bahn AG.

Der Harz – Das schönste Naturwunder?

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Bei einer Internetumfrage unter 8000 Usern wurde der Naturpark Harz zu den schönsten Naturwundern gewählt. Veranstaltet wurde die Umfrage von der Heinz Sielman-Stiftung, die 19 heimische Waldlandschaften zur Auswahl stellte. “Wir freuen uns sehr, dass wir als erster länderübergreifender Nationalpark Deutschlands mit unserer Natur und unserem Image einen solchen Abstimmungserfolg erzielen konnten”, kommentierte Andreas Pusch, Leiter des Harzer Nationalparks die Abstimmung. Der Nationalpark Harz ist fast 25.000 Hektar groß und umfasst die Fläche rund um den Brocken. Er ist anerkannter Teil des europäischen Schutzgebietes, wodurch hier viele Tier- und Pflanzenarten leben, die an anderen Orten durch Umweltgifte längst ausgestorben sind. Moore, Granitklippen und Bäche bestimmen das Bild des Naturparks im Süden Niedersachsens. Nicht nur seltene Tiere, auch Menschen profitieren von der Ruhe und Schönheit der Landschaft, die schon lange zu den beliebtesten Ausflugszielen Deutschlands gehört.

Schwere Waldbrände in Russland

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Der Sommer, der bei uns in Deutschland eher kühl ausfällt, sorgt in anderen Teilen der Welt für extreme Hitze. So herrschen in Russland aktuell bis zu vierzig Grad und die Regenwahrscheinlichkeit bleibt gering. Das hat zu Hunderten Waldbränden im Lande geführt, bei denen bisher schon 40 Menschen ums Leben kamen. Allein in den vergangenen 24 Stunden wurden über 300 neue Brände gezählt. Eine Katastrophe für das Land. Aktuell gibt es trotz massiver Brandbekämpfung noch immer mindestens 500 verschiedene Brandherde. 172.000 Hektar Fläche, vor allem Wälder, sind betroffen. Mit über 180.000 Helfern versucht das Land die Lage in den Griff zu bekommen. Doch große Hitze und Trockenheit erschweren die Löscharbeiten.

Eine Hitzewelle wie diese, hat Russland seit über dreißig Jahren nicht mehr erlebt. Besonders betroffen ist die Region Nischni Nowgorod, in der Nähe von Moskau. Aber auch die Hauptstadt bleibt nicht verschont. Bis hierher zieht mittlerweile der Rauch und verursacht schwere Atembeschwerden bei den Bewohnern. Doch Sorgen machen den Menschen nicht nur die schweren Schäden am russischen Waldbestand. Auch in der Weizenenernte wird es aufgrund der großen Dürre zu hohen Ernteausfällen kommen, die sich weltweit auswirken werden, da Russland der größte globale Weizenexporteur ist. Am Montag musste Präsident Dimitri Medwedew den Notstand für die Gebiete Moskau, Woronesch, Nischni Nowgorod, Mordwinien, Rijasan und Mari El ausrufen. Überall wird um mehr freiwillige Helfer gebeten, mit deren Hilfe man die schlimmen Schäden wenigstens zu begrenzen hofft.

Älteste Fossilien entdeckt

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Vor 4,5 Milliarden Jahren entstand unsere Erde. Jetzt haben Forscher die Fossilien von mehrzelligen Organismen entdeckt, die schon 2,1 Milliarden Jahre alt sind. Eine Sensation. Ging die Wissenschaft doch bisher davon aus, dass sich der Übergang von unbelebter zu belebter Materie, erst 200 Millionen Jahre später vollzogen hat. Bis zu zwölf Zentimeter lange Organismen, spürten französische Forscher in Westafrika auf und konnten sie einer Zeit zuordnen, in der man bisher nur die ersten einzelligen Lebewesen vermutet hatte. Insgesamt 250 dieser Fossilien fanden die Wissenschaftler vor Ort, deren Struktur in Schwarzschiefer verewigt wurden waren. Auch unterscheiden sich Diese schon in Form und Größe voneinander.

Die Umweltbedingungen, unter denen diese bisher ältesten gefundenen Organismen damals lebten, waren wesentlich schlechter, als die Heutigen. Zwar war der Sauerstoffgehalt schon deutlich gestiegen, doch die Zusammensetzung der Gashülle um die Erde war immer noch hoch giftig. Da so viele von diesen versteinerten Fossilien an gleicher Stelle gefunden wurden, gehen die Wissenschaftler davor aus, dass es sich um Kolonien von Mikroben handelt, wie sie in großen Algenmatten auch heute noch vorkommen. Das können jedoch nur Lebewesen, die schon über eine Möglichkeit verfügen, sich untereinander mit Signalen zu verständigen.

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