In einem internen Bericht des Energiekonzerns BP lehnt die Firma die Alleinschuld an der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko ab: “Die Tragödie der Macondo-Quelle wurde nicht von einem einzigen Faktor ausgelöst. Vielmehr führte ein reihenweises Versagen mehrerer Parteien zu der Explosion und dem Brand, die elf Menschen töteten und ausgedehnte Verschmutzung im Golf von Mexiko auslösten”. Entscheidungen von “vielen Firmen und Arbeitsgruppen” wären Mitschuld an der Schwere des Unfalls. Außerdem ist von einer Verkettung komplexer Umstände sowie technischem und menschlichem Versagen die Rede. Vor allem auf den Plattformbesitzer Transocean, versucht BP einen Teil der Schuld abzuwälzen. Der Sicherheitschef von BP Mark Bly, gab dazu an: “Es ist offensichtlich, dass eine Reihe komplizierter Vorgänge und nicht ein einzelner Fehler zu der Tragödie führte. Viele Parteien, darunter BP, Halliburton und Transocean waren daran beteiligt”. Transocean wehrt sich gegen diese Darstellung und bezeichnet sie als einen Verschleierungsversuch des Unternehmens, um von der großen Schuld abzulenken, die es auf sich geladen hat. Sie verweisen auf die von BP allein getroffenen Entscheidungen zu Einsparungen von Kosten, die zu Lasten der Sicherheit der Plattform gingen und letztlich zu der Explosion mit all ihren schweren Folgen führte. Der Bericht BP’s wird von Experten auch nur als Teil der Verteidigungsstrategie gewertet, die das Unternehmen vor Gericht vorbringen will. Mit bis zu 32 Milliarden Dollar Schadensersatz muss der Konzern nach bisherigen Angaben rechnen.
Die hygienischen Bedingungen bei der Wasserqualität bleibt weiterhin in vielen Teilen der Welt unzureichend. Der WWF warnt in seinem Bericht vor verunreinigtes Wasser, welches täglich 4000 Kindern das Leben kostet. Die Stiftung schätzt, dass in Entwicklungsländern 70 Prozent der Industrieabwässer ohne Säuberung in die Flüsse geleitet werden. Durch die Industrialisierung und Verstädterung wird immer mehr Wasser benötigt. Dieses ist jedoch in den meisten Ländern der dritten Welt derart verschmutzt, dass jedes Jahr 1,4 Millionen Kinder sterben und die Umwelt weitgehend zerstört wird.
Weiterhin macht der WWF darauf aufmerksam, dass die Landwirtschaft unter Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln zu der Verunreinigung der Gewässer beiträgt, welche auch durch Kläranlagen nicht zu reinigen sei.
Im Bereich Umweltschutz gibt es selten positive Nachrichten zu vermelden. Umso erfreuter sind Wissenschaftler und Umweltschützer über die Ergebnisse neuester Messungen der Ozonschicht. 1987 wurde gegen den großen Protest der Industrie und unter Spott und Häme vieler Verbraucher das FCKW-Verbot ausgesprochen. Jetzt zeigen sich erstmals Erfolge dieses Verbots. Wissenschaftler der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich haben eine Studie vorgelegt die zeigt, dass sich in den vergangenen zehn Jahren die Ozonschicht wieder verdichtet hat. “Die Studie liefert den ersten Beweis dafür, dass die Erholung der Ozonschicht begonnen hat, weil FCKW verboten wurden“, bestätigt Markus Rex, Ozonexperte vom Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut. Zwar wird es noch mindestens 10 Jahre dauern, bis das Ozonloch tatsächlich beginnen kann kleiner zu werden, doch die bewiesene Verdichtung des Ozons lässt erstmals auf eine Regenerierung der von uns zerstörten Ozonschicht hoffen. FCKW wurde früher vor allem in Sprühdosen, als Kühlmittel in Kühlschränken oder als Lösungsmittel benutzt.
Greenpeace (= grüner Frieden) Deutschland hat am Wochenende sein 30-jähriges Bestehen gefeiert. Offiziell wurde die Umweltschutzorganisation im Jahre 1971 in Vancouver gegründet und ist seit der Gründung international tätig. Ziel von Greenpeace ist auf umweltpolitische Missstände aufmerksam zu machen. Vor allem im Bereich Schutz der Weltmeere ist Greenpeace tätig. Darüber hinaus bezieht Greenpeace seit vielen Jahren auch entschieden Stellung gegen Atomkraftwerke und die damit verbundenen Gefahren. Oberstes Prinzip dabei ist immer, dass alle Aktionen gewaltfrei ablaufen. International gesehen ist Greenpeace in mittlerweile 40 Ländern vertreten und hat ihren Hauptsitz in Amsterdam. Zum 30-Jahre-Jubiläum will Greenpeace Deutschland allen Interessierten einen Einblick in die Arbeit der Organisation geben. Geplant sind vom 28. August bis zum 9. Oktober Besuche in sieben deutschen Städten, um mit Bürgern ins Gespräch und über aktuelle Herausforderungen zu berichten. Weitere Umweltschutzorganisationen in Deutschland sind der WWF (=World Wide Fund). Hauptaufgabe von WWF ist die Erhaltung wildlebender Tier- und Pflanzenarten. Ist aber im Gegensatz zu Greenpeace bereits über 40 Jahre alt und in fast über 100 Ländern aktiv. Eine nur in Deutschland vertretene Organisation ist der NABU (= Naturschutzbund Deutschland). Der NABU hat heute 363.000 Mitglieder und ist in allen Bundesländern mit etwa 1.500 Orts-, Kreis- und Fachgruppen aktiv. Doch die Gründung erfolgte weitaus früher, als die beiden internationalen Organisationen. Angefangen hatte alles mit dem “Bund für Vogelschutz” im Jahre 1899. Wenn auch die endgültige Gründung erst durch Zusammenschluss mit den in der ehemaligen DDR neu gegründeten Landesverbänden im Jahre 1990 erfolgte.
Immer stärker verhärten sich die Fronten im Streit um die Verlängerung der Atommeiler-Laufzeiten. Für den kommenden Herbst hat die CDU/FDP-Koalition einen Entwurf für die Laufzeitverlängerung angekündigt. Darin sollen neben einer Änderung des von der vorherigen Regierung geplanten schrittweisen Ausstiegs aus der Kernkraftnutzung, auch eine neue Brennelementesteuer enthalten sein. Auch die großen Energiekonzerne wie RWE und Eon und Vattenfall, werben für eine Verlängerung der Nutzung über mindestens 15 Jahre. Die Atomkraftgegner haben für den 18. September zu einer Demonstration im Berliner Regierungsviertel aufgerufen. Dabei soll das Kanzleramt und das Reichstagsgebäude umstellt werden. Einer der Initiatoren der Demonstration, Jochen Stay von der Organisation “Ausgestrahlt” äußert dazu: “Wir werden alles daran setzen, die Regierungspläne zu stoppen”. Die Deutsche Umweltstiftung greift ebenfalls in den Streit ein. Wegen den Verhandlungen der großen Energiekonzerne mit der Bundesregierung, bezüglich der Verschiebung des Ausstiegs aus der Kernenergie und über die Höhe der Brennelementesteuer, beantragte die Umweltstiftung beim Bundeskartellamt ein Missbrauchsverfahren. Dabei prangert sie an, dass das gemeinschaftliche Vorgehen der Unternehmen eine erhebliche Wettbewerbsverzerrung zuungunsten der Hersteller erneuerbarer Energien darstellt.