Umweltschutz

Zierpflanzen häufig mit Pestiziden vergiftet

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Wer mit Stecklingen oder Blumen aus Bau- und Gartenmärkten seinen Balkon oder Blumenkästen in Fenstern bepflanzt, gefährdet damit immer öfter Bienen, Hummeln und andere Bestäubungsinsekten. Der Grund dafür liegt in der Zucht und Haltung der Zierpflanzen, die meistens mit Pestiziden behandelt werden. Diese, für Insekten giftigen Wirkstoffe, reichern sich im Pollen und dem Nektar der Blumen an und werden beim Pollenflug von den Bienen und anderen Insekten aufgenommen. Einer aktuellen Untersuchung der Umweltorganisation Greenpeace zufolge, weisen 98 Prozent aller fertigen verkauften Blumen Pestizidrückstände auf. Damit verbreiten Hobbygärtner einen “gefährlichen Pestizidcocktail”, der sich als wahrer “Bienen-Killer” erwiesen hat, ohne das es den Käufern bewusst ist. Zu den schwer belasteten Blumen gehören beispielsweise Primeln, Stiefmütterchen oder Glockenblumen. Greenpeace fordert ein “umfassendes Verbot von bienengefährdenden Pestiziden”, da dies die einzige Möglichkeit ist, die für unsere pflanzliche Lebensgrundlage notwendigen Bestäubungsinsekten zu erhalten. In der vergangenen Woche hatte das Landwirtschaftsministerium die Initiative “Bienen füttern” gestartet, um die Menschen für die Gefahren zu sensibilisieren, die unserer Insektenvielfalt droht. Wer trotzdem etwas für Bienen und Hummeln tun möchte, der kann Blumen auch auf seinem Balkon frisch säen, statt einfach nur fertige Blumen umzutopfen.

Aktion “Bienen füttern”

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“Bienen sind nicht nur wichtig für die Honigproduktion, sondern auch für Ernteerträge und Artenvielfalt”, erläutert der Bundeslandwirtschaftsminister, Christian Schmidt, beim Start der neuen staatlichen Intitiative “Bienen füttern”. Das Ziel des Projektes ist es, die Menschen mehr für den Nutzen von Bienen zu sensibilisieren und sie somit zu motivieren, mehr für den Schutz von Wild- und Hausbienen zu tun. So bietet das Landwirtschaftsministerium eine verbesserte Bienen-App an, die es ermöglicht, bienenfreundliche Pflanzen als solche zu erkennen. Auch Grundlagenwissen über Bienen, Hummeln und andere für die Bestäubung von Pflanzen wichtige Insekten, wird über die App vermittelt. Um den für ein Glas Honig nötigen Nektar zu sammeln, müssen Bienen 120.000 Kilometer fliegen. Das entspricht der Strecke einer dreifachen Erdumrundung. Als Bestäuber unserer Kulturpflanzen sind Bienen lebenswichtig für unsere Nahrungsgrundlage. Rund 75.000 Bienenenvölker werden in Deutschland von Imkern betreut. Allerdings sinkt ihre Zahl kontinuierlich, da immer mehr Menschen in Städten leben und so den Bezug zur Landwirtschaft und den dazu gehörenden Handwerksbereichen verlieren. Besonders große Sorge bereitet das aktuell massive Bienensterben die Landwirte, Umweltschützer und Wissenschaftler. Als Ursache wird die Luft- und Umweltverschmutzung mit Pestiziden vermutet.

Feinstaubbelastung weiterhin zu hoch

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Deutsche Großstädte leiden in diesem Jahr unter einer sehr hohen Feinstaub-Belastung. Schon jetzt ist in vielen Städten die festgelegte Jahresobergrenze erreicht und auch die Anzahl der Tage, an denen der erlaubte Maximalwert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft gemessen wird, steigen kontinuierlich. Besonders stark betroffen ist die Hauptstadt Berlin, aber auch Stuttgart, Frankfurt, Halle, Leipzig, Chemnitz, Regensburg, Cottbus und Gelsenkirchen. Da die bisherigen Maßnahmen gegen Feinstaub offensichtlich nicht ausreichend sind, fordern das Umweltbundesamt (UBA) und verschiedene Umweltverbände bessere Konzepte gegen diese Belastung für Umwelt und Gesundheit. UBA-Experte Marcel Langner erklärte in einem Interview mit der “Welt”, dass “dringend” sofortige Gegenmaßnahmen getroffen werden müssten, um die Qualität der Luft zu verbessern. Dazu könnten beispielsweise weitere Durchfahrtsverbote für LKW in Städten, oder ein geforderter Einbau von Rußfiltern in Baumaschinen gehören. “Die bislang oft unkoordinierten Maßnahmen in den Kommunen zur Feinstaub-Bekämpfung reichen offensichtlich nicht aus, um das schwerwiegende Problem der Luftverschmutzung in den Griff zu bekommen”, kritisierte auch der Verkehrsexperte des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Jens Hilgenberg. Eine sinnvolle Gegenmaßnahme wäre die Reduzierung des Autoverkehrs in den Innenstädten, zugunsten von mehr Rad- und öffentlichem Nahverkehr. Feinstaub entsteht bei allen Verbrennungsprozessen. Den größten Feinstaubausstoß haben in Deutschland Dieselfahrzeuge, Kraftwerke und Fabriken. Die mikroskopisch kleinen Partikel sammeln sich in der Lunge und dem Blutkreislauf und verursachen schwere Atemwegs- und Herzkreislauferkrankungen. Rund 47.000 Todesfälle jährlich, werden darauf zurückgeführt. Trotz der seit 2005 geltenden Bestimmungen zur Senkung der Feinstaubbelastung, werden die dort festgelegten Maximalwerte noch immer in vielen Großstädten überschritten.

Klimaschutzstudie empfiehlt mehr Tempo

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Das Freiberger Öko-Institut hat eine Studie zum “Klimaschutzszenario 2050″ vorgestellt. Die Studienautoren kamen zu dem Schluss, dass eine Steigerung der Energieeffizienz der beste Weg für den Klimaschutz in Deutschland ist. Neben der Energiegewinnung, gilt das vor allem auch für den Verkehr, für die Industrie, die Landwirtschaft und die Gebäudedämmung. Sinnvoll sei auch die “Decarbonisierung” des Stromsektors, durch eine Steigerung der Erzeugung regenerativer Energien. Um die dringend nötigen Klimaziele zu erreichen ist es außerdem wichtig, ehrgeizigere Zwischenziele zu formulieren. Die bisher im neuen Energiekonzept der Regierung festgelegten Zwischenziele sind nicht ausreichend, um die geplante Verringerung der Treibhausgasemissionen um 90 Prozent, bis zum Jahr 2050 zu erreichen. Besser sei es, so der Klimabericht, die Stromerzeugung mittels fossiler Rohstoffe von aktuell 354 Terawattstunden (TWh), kontinuierlich bis 2050 auf 43 TWh zu senken. Dafür müsste ein Zeitplan für die Stilllegung der bestehenden Kohlekraftwerke erarbeitet und umgesetzt werden. Um den Energiebedarf abdecken zu können, müsse parallel die Windenergie von derzeit 37 TWh auf 259 TWh und die Solarenergie von 12 TWh auf 64 TWh ausgebaut werden. Eine weitere gute Möglichkeit Energie einzusparen, besteht im verstärkten Einsatz von LED-Beleuchtung, beispielsweise in Privathaushalten, aber auch im Handel und innerbetrieblichen Personalräumen. Kritisch bewertet das Öko-Institut die Nutzung von Biodiesel, da die benötigte Biomasse nicht in ausreichender Menge produziert werden kann. Als Alternative empfiehlt die Studie, neue Technologien, wie beispielsweise Wasserstoffbetriebene Fahrzeugmotoren, weiter zu entwickeln.

IGH verbieten Walfang in Japan

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Das höchste UN-Gericht hat jetzt den japanischen Walfang in der Arktis verboten. Es begründete die Entscheidung damit, dass der Walfang nicht wissenschaftlichen Zwecken, wie von den japanischen Behörden bisher behauptet worden war, diene, sondern größtenteils kommerziellen Zwecken. Es seien eher “finanzielle Überlegungen als rein wissenschaftliche Kriterien”, für die japanische Regierung entscheidend gewesen, erklärte Peter Tomka, der IGH-Präsident. Damit gab das Gericht der australischen Regierung recht, die deswegen schon 2010 gegen Japan geklagt hatte. Die Regierung in Tokio ließ bereits bekannt geben, dass sich Japan an das Verbot halten werde. Der Internationale Gerichtshof ist für die Vereinten Nationen die höchste Rechtsinstanz und seine Urteile für alle UN-Staaten bindend. Japanische Walfänger töteten, trotz des kommerziellen Walfangverbots, zwischen 1987 und 2009 über 10.000 Wale. Walfleisch gilt in Japan als Delikatesse und erfreut sich dort großer Beliebtheit. Ralf Sonntag, von der Tierschutzorganisation IFAW lobte die Entscheidung des IGH als “Meilenstein für den Walschutz”. Endlich müssten auch die letzten drei Walfang-Nationen einsehen, “dass der Walfang keinen Platz im 21. Jahrhundert hat”. Davon unberührt bleibt die japanische Waljagd im Nordpazifik. Dort dürfen noch immer jährlich 500 Wale für angebliche wissenschaftliche Untersuchungen getötet werden.

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