Im Nordosten Japans hat ein Erdbeben mit einer Stärke von 8,9 das Land erschüttert und Tsunami-Wellen ausgelöst. Infolge dessen brach in einem Turbinengebäude des Atomkraftwerkes in Onagawa ein Brand aus. Erst nach Stunden konnte das Feuer gelöscht werden. Zwar wurde der Reaktor ausgeschaltet, aber die in den Reaktoren erzeugte Nachwärme lässt sich nicht steuern, wie der Reaktorexperte Heinz Smital erklärt: ” Selbst ein abgeschaltetes Atomkraftwerk kann noch zum Super-GAU führen”. Es ist auch noch nicht geklärt, wie viel Schaden das Beben in den einzelnen Systemen verursacht hat. Die Betreiber hoffen, dass zumindest das Kühlsystem unbeschadet ist. Vier weitere Atomkraftwerke, die in unmittelbarer Nähe des Erdbebengebietes liegen wurden, wie die Internationale Atomenergiebehörde mitteilte, vorsichtshalber abgeschaltet. Derweil hat das Beben und die folgende Überschwemmung der Küste schwere Schäden angerichtet. Die Zahl der Toten und Verletzten ist noch nicht sicher zu ermitteln. Ganze Wohngebiete und Industrieanlagen wurden zerstört. Der Flug- und Zugverkehr musste in großen Teilen Japans ausgesetzt werden. Das US-amerikanische Tsunamiewarnzentrum veranlasste die Evakuierung der durch die Tsunamie-Wellen gefährdeten Gebiete in Hawai und Indonesien. Inzwischen wurde die Warnung auf fast den gesamten Pazifik-Raum ausgeweitet. Es ist zum Zeitpunkt noch nicht abzusehen, wann für die betroffenen Regionen Entwarnung gegeben werden kann.