Wie das Institut für Polar- und Meeresforschung jetzt bekannt gab, sollen demnächst 3000 Hummer im Windpark “Riffgat”, in der Nähe der Insel Bochum, ausgesetzt werden. “Die in großer Zahl in den nächsten 15 Jahren in der Deutschen Bucht entstehenden Windparks stellen zwar einerseits einen Eingriff in das Ökosystem dar, könnten aber auch mit Maßnahmen zu einer ökologischen Aufwertung verbunden sein”, erklärt der Biologe Heinz-Dieter  Franke. Mit dem Pilotprojekt wollen die Wissenschaftler des Polar- und Meeresforschungsinstituts feststellen, ob die Krebstiere mit den, beim Bau der Windräder entstandenen neuen Fundamente zurecht kommen und sich dort langfristig ansiedeln. Nach bisherigen Erkenntnissen bieten diese einen passenden Siedlungsraum für Hummer, da Hummer normalerweise auf felsigem Grund leben, der jedoch in der deutschen Nordsee, die von Schlick- und Sandböden dominiert wird, nur selten vorkommt. Das Land Niedersachsen unterstützt das Projekt mit fast 700.000 Euro, verspricht dieses doch bei Erfolg nicht nur ein ökologische Aufwertung der Offshore-Windparks, sondern es könnte auch die traditionsreiche und längst aufgrund des Zusammenbruchs der Hummerbestände eingestellte Hummerfischerei wieder aufleben lassen, auch wenn die Fischerei direkt in den Windparks nicht möglich sein wird.