Im Hochwassergebiet Südbrandenburgs gibt es trotz sinkender Pegelstände immer noch keine Entwarnung. Bis voraussichtlich Montagmittag gilt im Elbe-Elster-Kreis weiterhin Katastrophenalarm, wie Landrat Christian Jaschinski am Sonntag in Herzberg sagte. In Elsterwerda jedoch gibt es ein leichtes Aufatmen. Hier wurden die Evakuierungsplanungen für die Innenstadt aufgehoben. Jaschinski fordert die schnelle Umsetzung der bereits seit 2002 geplanten Deichsanierung der Schwarzen Elster und sagte:”Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen.” Derzeit werden nach Angaben rund um die Uhr im Elbe-Eslter-Kreis 179 Kilometer Deiche kontrolliert, 58 Kilometer alleine davon entlang der Schwarzen Elster. Die Kreisverwaltung teilte mit, dass sich an den Dämmen bereits mehr als 100 Schadstellen festgestellt und abgedichtet wurden. Die größten Deichprobleme sind derzeit noch in Saathain nahe Elsterwerda und zwischen Wahrenbrück und Bad Liebenwerda. Hier wurden ungefähr drei Kilometer Deiche nochmals erhöht. In Herzberg mussten die Deiche sogar über Boote ausgebessert werden. Nach Angaben des Katastrophenstabes waren am Sonntag noch rund 1.000 Helfer im Einsatz. Zu den Spitzenzeiten waren es zeitweise sogar 2.000 Helfer.

Doch auch wenn sich die Lage an einigen Lagen entspannt, geht die Lage anderswo weiter. Im Oberlauf in Sachsen bestand kein Hochwasseralarm mehr. In Bad Liebenwerda ging der Pegelstand um 26 Zentimeter zurück, was zur folge hatte, dass der Richtwert für die höchste Hochwasser-Alarmstufe 4 unterschritten wurde. Im Unterlauf des Flusses in Sachsen-Anhalt bleibt die Lage weiterhin auf der höchsten Alarmstufe. Der Hochwasserscheitel habe die Schwarze Elster passiert und sei mittlerweile in der Elbe angekommen, sagte ein Sprecher des Landkreises Wittenberg. Und das Wasser kann auf den Wiesen nicht versickern und wird stehen bleiben, sagte Christian Haarich vom Landesumweltamt. Deshalb ist es möglich dass immer noch vereinzelt Keller vollaufen können und Straßen überflutet werden. Mehrere Straßen blieben auch am Sonntag gesperrt. “Wir hoffen, dass in den kommenden Tagen kein neuer Starkregen dazu kommt”, sagte Haarich. Auch ohne Regen wird es Tage und sogar Wochen dauern können, bis das Wasser komplett versickert ist und der Grundwasserspiegel wieder sinkt.

Der deutsche Wetterdienst in Potsdam gibt den Hochwassergebieten Hoffnung. Für die beginnende Woche sind in Brandenburg keine Niederschläge zu erwarten.

In Cottbus hingegen hat sich die Hochwasserlage entspannt. Cottbus teite am Sonntag mit, dass der Hochwasseralarm am Samstag aufgehoben wurde. Die Talsperre bei Spremberg im oberen Verlauf der Spree gab weiterhin mehr Wasser als sonst ab. Mehrere Brücken über die Spree blieben aber weiterhin komplett oder nur für den Autoverkehr gesperrt. Im oberen Verlauf der Spree zwischen der Landesgrenze zu Sachsen galt die Alarmstufe 2, an der Neiße gibt es keine Alarmstufe mehr.