Das Gebiet um den Amazonas ist der wohl Artenreichste Landstrich der Welt. Hohe Feuchtigkeit gepaart mit Wärme sorgen hier für ideale Lebensbedingungen der Tiere und Pflanzen. Da große Teile des Amazonas-Gebietes noch immer nicht gänzlich erforscht sind, finden Wissenschaftler immer wieder neue Tier- und Pflanzenpopulationen. Allein in den vergangenen zehn Jahren wurden mehr als 12.000 neue Tiere und Pflanzenarten entdeckt. Bei der in Japan stattfindenden Artenschutzkonferenz konnten einige von ihnen jetzt vorgestellt werden. Insgesamt fanden die Biologen hier 637 neue Pflanzen, 257 Fische, 216 Amphibien, 55 Reptilien, 16 Vögel und sogar 39 unbekannte Säugetierarten. 12.000 neue Arten in zehn Jahren bedeutet, dass hier aller drei Tage ein neues Tier oder eine neue Pflanze entdeckt wird. “Der Bericht macht deutlich, dass wir noch viel mehr zu verlieren haben, als sich in Zahlen und Fakten darstellen lässt”, befürchtet Roberto Maldonado, der als Amazonas-Experte beim WWF in Deutschland arbeitet. In den vergangenen Jahren wurden bereits siebzehn Prozent der gesamten Fläche des Amazona-Gebiets zerstört. Das ist besonders tragisch, weil hier nicht nur eine unermesslich hohe Zahl an Tieren leben, sondern das Gebiet auch als wichtiger Stabilisator des Weltklimas fungiert.