Wer mit Stecklingen oder Blumen aus Bau- und Gartenmärkten seinen Balkon oder Blumenkästen in Fenstern bepflanzt, gefährdet damit immer öfter Bienen, Hummeln und andere Bestäubungsinsekten. Der Grund dafür liegt in der Zucht und Haltung der Zierpflanzen, die meistens mit Pestiziden behandelt werden. Diese, für Insekten giftigen Wirkstoffe, reichern sich im Pollen und dem Nektar der Blumen an und werden beim Pollenflug von den Bienen und anderen Insekten aufgenommen. Einer aktuellen Untersuchung der Umweltorganisation Greenpeace zufolge, weisen 98 Prozent aller fertigen verkauften Blumen Pestizidrückstände auf. Damit verbreiten Hobbygärtner einen “gefährlichen Pestizidcocktail”, der sich als wahrer “Bienen-Killer” erwiesen hat, ohne das es den Käufern bewusst ist. Zu den schwer belasteten Blumen gehören beispielsweise Primeln, Stiefmütterchen oder Glockenblumen. Greenpeace fordert ein “umfassendes Verbot von bienengefährdenden Pestiziden”, da dies die einzige Möglichkeit ist, die für unsere pflanzliche Lebensgrundlage notwendigen Bestäubungsinsekten zu erhalten. In der vergangenen Woche hatte das Landwirtschaftsministerium die Initiative “Bienen füttern” gestartet, um die Menschen für die Gefahren zu sensibilisieren, die unserer Insektenvielfalt droht. Wer trotzdem etwas für Bienen und Hummeln tun möchte, der kann Blumen auch auf seinem Balkon frisch säen, statt einfach nur fertige Blumen umzutopfen.