Ausstieg aus Kernenergie: Frankreich fürchtet Engpässe

Aufgrund des deutschen Ausstiegs aus der Kernenergie und der damit verbundenen Abschaltung der acht ältesten AKW in Deutschland, fürchtet derzeit Frankreich, dass es zu Energieengpässen in Frankreich kommen könnte. In Frankreich wächst der Energiebedarf stetig an. Obwohl Frankreich selbst Strom exportiert, muss es während der Spitzenzeiten ab 19.00 Uhr, vor allem im Winter, auch Strom importieren. Das liegt vor allem daran, dass in Frankreich noch sehr viel mit Elektroheizungen geheizt wird, was den Stromverbrauch im Winterhalbjahr in die Höhe schnellen lässt. Colette Lewiner, die Chefin der Abteilung für den internationalen Energiemarkt von „Capgemini“ erklärt das Dilemma: „In kalten Wintern, wie dies im vergangenen Winter der Fall war, haben wir bis zu 8000 Megawatt importiert, vor allem aus Deutschland. Nun aber wird diese Energie nicht mehr verfügbar sein“. Statt dessen wird Deutschland in diesem Winter selbst auf Stromimporte angewiesen sein, bis der Ausfall der abgeschalteten Atomkraftwerke durch neu errichtete Windkraft- und Solaranlagen ausgeglichen ist. Ob es in Frankreich zu den befürchteten Stromengpässen kommt, hängt davon ab wie kalt der kommende Winter wird. Nach der Atomkatatstrophe in Japan hatte die Bundesregierung gezwungenermaßen die stufenweise Abschaltung der Atomreaktoren in Deutschland beschlossen. Der dadurch fehlende Strom soll durch Kohlekraftwerke und erneuerbare Energien ersetzt werden. Außerdem wurden Stromeinsparungen und eine dadurch erzielte Senkung des Stromverbrauchs um rund 10 Prozent mit einkalkuliert. Allerdings wird es mehrere Jahre dauern, bis die Verluste der Atommeiler komplett ausgeglichen sind. Trotzdem rechnen Experten für Deutschland nicht mit ernsthaften Stromausfällen aufgrund von Engpässen.

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