Bienen leisten einen unverzichtbaren wirtschaftlichen Beitrag, der in der Europäischen Union aktuell mit einem finanziellen Wert von 22 Milliarden Euro jährlich eingeschätzt wird. Der tatsächliche Wert ist allerdings unbezahlbar, da 80 Prozent aller Pflanzen von der Bestäubung durch Bienen abhängig sind. Die Bienenbestände nehmen jedoch seit Jahren kontinuierlich und in bedrohlichem Ausmaß ab. Um mehr als 95 Prozent hat sich allein in den USA der Bestand der vier häufigsten Bienenarten reduziert. In Europa sieht es nicht besser aus. Zwar gibt es in der EU circa 700.000 Imker, für die meisten von Ihnen ist die Imkerei allerdings nur ein Hobby. Eine genaue Ursache für das weltweite Bienensterben können Biologen bisher nicht ausmachen. Klar ist jedoch, dass sie weniger Widerstandskraft gegen alle Arten von Krankheiten zu haben scheinen und so beim Befall durch Parasiten oft ganze Bienenvölker aussterben. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit jedoch, ist dies auf die seit vielen Jahren in allen Ländern übliche Nutzung von Pestiziden gegen Unkraut und Insekten zurück zu führen. Inzwischen ist das Wissen um die Folgeprobleme für unsere Nahrungsmittelindustrie auch in der Politik angekommen. Aktuell plant die Europäische Union, die EU-Tiergesundheitsstrategie im Hinblick auf die Bienengesundheit zu prüfen und arbeitet an einem Gesetzesentwurf, nach dem Pestizide nur dann genehmigt werden dürfen, wenn deren Unbedenklichkeit für Bienen nachgewiesen werden kann. Außerdem sollen mit EU-Mitteln Imkereiprogramme und Fortbildungsmaßnahmen finanziert werden.