Ameisenversuch – Genetische Vielfalt schützt

Ameisen sind wahrscheinlich die am wenigsten beachteten einheimischen Tiere. Und doch eignen gerade sie sich hervorragend für vergleichende Studien, wie z.B. über die Ausbreitung von Seuchen.

Ganz ähnlich wie der Mensch leben Ameisen in großen Kolonien zusammen. Das hat nicht nur Vorteile. Durch den engen Kontakt können sich Infektionen schnell auf den ganzen Insektenstaat ausbreiten. Wie beim Menschen hängt auch bei der Ameise der Verlauf einer Infektion von ihrem Immunsystem ab. Wissenschaftliche Untersuchungen einer tropischen Ameisenart über einen Zeitraum von vier Jahren, haben jetzt ergeben, dass die Chance schwere Infektionen zu überleben für einen Ameisenstaat umso höher ist, je größer die genetische Vielfalt (Diversität) in jeder Gruppe ist. Während die beobachteten Ameisen, die mehreren Königinnen entstammten sehr schnell neue Krankheitskeime erkennen und beseitigen konnten, reagierten die Tiere die Nachwuchs nur einer Königin, also genetisch wesentlich enger verwandt waren, viel langsamer und unter größeren Verlusten. Für die meisten Humanbiologen ist dies sicher nur eine weitere Bestätigung längst bekannter Tatsachen. Die Studie ist aber auch eine Erinnerung daran, dass unser Zusammenleben Vielfalt nicht nur hervorbringt, sondern sie auch braucht.

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