BUND kritisiert Pläne zur Giftentsorgung in Deutschland

Die Umweltschutzorganisation „BUND“ hat gegen eine mögliche Entsorgung von indischem Giftmüll in Deutschland protestiert, nachdem bekannt geworden war, dass die staatliche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) mit Indien Verhandlungen über die Entsorgung von verseuchtem Material der Firma Bhopal geführt werden. 1984 war es bei diesem Unternehmen zu einem schweren Chemieunfall gekommen, der zur Freisetzung von Giftstoffen führte, durch den bereits in den ersten Tagen rund 10.000 Menschen starben. Weitere 100.000 erlitten schwere Verletzungen und chronische Erkrankungen. In den Jahren bis 1994 starben weitere 25.000 Menschen infolge der Vergiftung. Bhopal ist noch immer mit der Reinigung der verseuchten Gebiete beschäftigt. Die GIZ, die als Dienstleister hauptsächlich für Entwicklungsarbeit tätig ist, sieht in einer eventuellen Abnahme eines Teils des Giftmülls, eine Unterstützung der indischen Bevölkerung, die noch immer schwer unter den Folgen des Unfalls leidet. Dies jedoch bezweifelt der BUND. Wie die Chemieexpertin Claudia Baitinger kritisiert, befürchten die Umweltschützer das hinter der Bitte um Hilfe lediglich Profitinteressen stünden. Außerdem bezweifelt sie, dass ein solcher Giftmülltransport nach internationalem Recht überhaupt durchgeführt werden darf, da Grenzüberschreitende Transporte dieser Art durch die Basler Konventionen stark eingeschränkt werden.

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