Die Giftschlammkatastrophe in Ungarn

„Es besteht das Risiko einer dauerhaft verseuchten Natur und der Nahrungsmittelkette“. Mit diesem niederschmetternden Statement kommentiert der Greenpeace-Chemiker Herwig Schuster die Giftschlammkatastrophe in Ungarn. 700.000 Kubikmeter extrem giftiger Schlamm waren am vergangenen Montag aus dem Auffangbecken einer Aluminiumfabrik, 165 Kilometer westlich der ungarischen Hauptstadt Budapest ausgelaufen. 110 Milligramm Arsen pro Kilogramm befinden sich in dem rot gefärbten Schlamm, sowie erhöhte Quecksilberwerte und es steht noch eine Analyse des Chrom-Gehaltes aus. Sieben Menschen starben durch das ausgelaufene Gift bisher. 4000 Hektar Land wurden verseucht. Derzeit wird die Gefährdung des Grundwassers geprüft und nach Trocknung des Schlamms besteht die Gefahr einer Luftverschmutzung durch den entstehenden giftigen Staub. Der aus dem gebrochenen Auffangbecken entlaufene Schlamm hat die Flüsse Marcal und Torna erreicht und deren Ökosystem zerstört. Auch die Wasserqualität der Donau muss ständig überprüft werden, da sich auch hier bereits erste Vergiftungserscheinungen der Fauna bemerkbar machen. Nach Reparatur des Beckens und dem Bau eines zusätzlichen Damms sollen die Menschen aus dem Dorf Kolontar, das neben der Fabrik liegt und evakuiert worden war, wieder in ihre Häuser zurück kehren. Allerdings wird auch der Damm die Gefahr durch vergiftete Staubwolken nicht bannen können. Wie es zu dieser Katastrophe kommen konnte, wurde bisher nicht bekannt.

2 Gedanken zu „Die Giftschlammkatastrophe in Ungarn

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