Etikettenschwindel bei Bio-Eiern

Der Fall der falsch ausgezeichneten Bio-Eier ist umfangreicher, als bisher gedacht. Gegen rund 200 Betriebe wird derzeit wegen Etikettenschwindels ermittelt. Demnach sollen die Geflügelzuchtbetriebe die Vorschriften über die Haltungsbedingungen für Biolegehennen und Freilandhühner systematisch verletzt haben. Allein in Niedersachsen sind davon 150 Betriebe betroffen. Die Bundeslandwirtschaftsministerin, Ilse Aigner, forderte die Justiz, nach Bekanntwerden der bereits seit zwei Jahren laufenden Ermittlungen dazu auf, diese Fälle schnell aufzuklären und „die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen“. Eine Verschärfung der bestehenden Vorschriften für Bio-Betriebe hält sie jedoch für falsch. Bereits jetzt seien diese Vorgaben „sehr streng“. Wichtig sind vor allem eine bessere Überwachung der Einhaltung bestehender Gesetze „und zwar nicht nur vom Schreibtisch aus“, wie die Ministerin in einem Interview erklärte. Diesbezüglich ist der Handlungsbedarf hoch. Die Verbraucherorganisation „Foodwatch“ kritisierte die zuständigen Aufsichtsbehörden und erklärte, dass diese „hoffnungslos versagt“ hätten. Auch der Deutsche Bauernverband war empört über die Verletzung der Vorgaben und bedauerte, dass dadurch „tausende Landwirte in Verruf gebracht“ würden.

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