Seit Tagen verunsichern die Berichte über Dioxin-verseuchte Hühnereier die Konsumenten Jetzt wurden zur Bestürzung der Menschen zu hohe Werte dieses Krebs erzeugenden Giftes auch in Schweinefleisch gefunden. Die ersten Untersuchungen in Schweinemastbetrieben zeigen, dass der Dioxin-Skandal Schweinezüchter viel stärker treffen wird, als die Geflügelzucht. Bereits 3475 Mastbetriebe mussten geschlossen werden, weil hier Futter des Herstellers verwendet wurde, der Industriefette zur höheren Gewinnerzielung untermischte. Das belastetes Fleisch bereits verkauft wurde, steht fest. Zwar behauptet der niedersächsische Agrarstaatssekretär Friedrich-Otto Ripke, dass kein Dioxin-verseuchtes Schweinefleisch in den Handel gelangt sei – “Ich kann sicher sagen, dass belastetes Schweinefleisch nicht in den Handel gelangen wird, und wir können ausschließen, dass dioxinbelastetes Schweinefleisch bereits in den Handel gelangt ist” – doch das ist eine Lüge. Die betroffenen Betriebe haben von sich aus darauf hingewiesen, dass genau dies doch der Fall war. Besonders bedauernswert sind die Landwirte im Raum Langwedel. Einer von ihnen hat selbst in einem kleinen Futtermittelwerk für sich und die Züchter der Umgebung das Futter zusammen gemischt. Lediglich die Fettkomponente kaufte er dazu – von eben jener Firma Harles und Jetzsch aus Ueterson, die für ihr Futter Dioxin-belastete Industriefette nutzte. Auch diese Höfe mussten vom Kreisveterinär Peter Rojem geschlossen werden. Für die Verbraucher kam dies allerdings zu spät. Am vorletzten Dezembertag fand hier die letzte Schlachtung von Tieren statt, die mit diesem Futter gemästet worden waren. Rojem: “Wir sind bemüht, das Fleisch wiederzufinden und aus dem Verkehr zu ziehen”. Fakten, die der Agrarstaatssekretär Friedrich-Otto Ripke in seiner vollmundigen Beruhigungsrede vergaß zu erwähnen. Lieber wird von Regierungsseite darauf hingewiesen, dass die gemessenen Dioxin-Werte keine akute Krankheitsgefahr bergen. Sicher nicht. Nur das die Gefahr des Dioxin in der Kumulierung liegt. Dioxin wird vom Körper gespeichert und jede weitere Dosis erhöht die Gefahr, irgendwann in der Zukunft, wenn etliche neue Skandale diesen schon längst verdrängt haben, Krebs auszulösen. Die Firma Harles und Zetzsch hat bereits im März vergangenen Jahres dieses Fett unter das Futter gemischt – trotz der von ihnen festgestellten höheren Dioxin-Werte. Wir können heute überhaupt nicht mehr nachvollziehen, wie viel davon schon von uns im guten Glauben auf Verbrauchersicherheit konsumiert wurde.