Futterskandal schwerer als erwartet

Wie das niedersächsische Landwirtschaftsminister veröffentlichte, weitet sich der Tierfutterskandal aus. So wurde bei der Untersuchung in Futtermittelunternehmen weitere verseuchte Maischargen gefunden. Inzwischen ermittelten die Beamten 6457 deutsche Betriebe, die mit verseuchtem Mais aus Serbien beliefert worden waren. Dieser enthält, teils sehr hohe, Mengen des gefährlichen Schimmelpilzes Aflatoxin. Im Fleisch lagert sich das Gift nicht an und schadet deshalb – zumindest nach bisherigen Erkenntnissen – nicht. In Milch jedoch wird das Gift Afloxin B1 angereichert und gelangt darüber in unsere Nahrungskette. Aflatoxin B1 ist so gefährlich, weil es eine hohe krebserregende Wirkung hat. Christian Meyer, der niedersächsische Landwirtschaftsminister, kritisierte mehrere Futtermittelunternehmen, die die Meldungen über den verseuchten Mais ignoriert und ihn, wider besseren Wissens, weiterverkauft hatten. Dadurch kam, noch nach Bekanntwerden der Gefahr, weiter vergifteter Mais in Umlauf. Insgesamt konnten bis jetzt 35.000 Tonnen des betroffenen Mais beschlagnahmt werden, während bereits 10.000 Tonnen ausgeliefert und teilweise verfüttert worden waren. „Es ist lange genug geredet worden. Jetzt muss gehandelt werden“, mahnt der Vorsitzende des Bundesverbandes der Lebensmittelkontrolleure, Martin Müller. Er fordert, eine „Entföderalisierung der Lebensmittelkontrollen und eine Bündelung der Kräfte, um die Probleme zentral und mit größerem Fachwissen angehen zu können“.

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