Japan schaltet letzten Atomstrommeiler ab

Seit vergangenen Samstag muss Japan, erstmals seit 42 Jahren, komplett ohne den von Atomkraftwerken erzeugten Strom auskommen. Zu diesem Zeitpunkt war nur noch eines der 50 in Japan befindlichen Atomkraftwerke in Betrieb. Dieser Meiler, im AKW Tomari auf der Insel Hokkaido, wurde wegen notwendigen Wartungsarbeiten für 70 Tage vom Stromnetz abgekoppelt und heruntergefahren. Für Japan ist das eine große Umstellung. Rund ein Drittel des gesamten benötigten Stroms, wurde bis vor einem Jahr aus Atomkraft bezogen. Die durch den Tsunami im März 2011 ausgelöste Kernschmelze, hatte sich zur größten Atomkatastrophe seit Tschernobyl entwickelt und bei der Bevölkerung Japans erstmals das Gefühl in die Sicherheit von Kernenergie erschüttert. Infolge dessen wurden die Kraftwerksbetreiber strenger kontrolliert und höhere Sicherheitsstandards festgesetzt, die zuletzt nur noch im AKW Tomari erfüllt werden konnten, so dass alle anderen Meiler im Laufe des letzten Jahres vom Netz gehen mussten. Die Regierung hofft dem drohenden Strom-Engpass durch die Nutzung zweier sanierter AKW im Norden des Landes zu entgehen. Bisher haben die zuständigen Behörden der Wiederaufnahme des Betriebs der Kraftwerke jedoch nicht zugestimmt. Die Abschaltung des bisher letzten Meilers wurde von mehreren Anti-Atom-Protesten begleitet, die seit den Ereignissen des vergangenen Frühjahrs immer häufiger in Japan stattfinden. Die Atomgegner hoffen, dass die vorübergehende Abschaltung des aktuell letzten Meilers beweist, dass Japan langfristig auch ohne Atomstrom auskommen kann.

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