Archiv der Kategorie: Wissenschaft

Warme Meeresströmungen beschleunigen Eisschmelze zunehmend

Wie eine neue Studie zeigt, wird das Abtauen des Meereseises durch warme Atlantikströmungen zusätzlich beschleunigt. Robert Spielhagen vom Leibniz-Institut, konnte dies durch die Untersuchung von Meeressedimenten feststellen. In der Nähe des Meeresbodens lebende Kleinstlebewesen hinterlassen nach ihrem Tod Kalkschalen, die zu Boden sinken. Da verschiedene Arten verschiedene Wassertemperaturen zum Überleben benötigen, kann durch die Zuordnung der Funde zu der jeweiligen Art die Temperatur des Wassers vergangener Jahrhunderte sehr genau bestimmt werden. Spielhagen: „Vieles spricht dafür, dass der beschleunigte Rückgang des Meereises und die in den vergangenen Jahrzehnten gemessene Erwärmung von Ozean und Atmosphäre in der Arktis unter anderem eine Folge des verstärkten Wärmetransports aus dem Atlantik sind“. Die Untersuchung bewies, dass die Wassertemperatur zwischen Grönland und Spitzbergen in den letzten hundert Jahren um zwei Grad Celsius angestiegen ist. „Die heutigen Temperaturen des Atlantikwassers in der Framstraße liegen etwa 1,5 Grad Celsius höher als etwa im klimatisch warmen Hochmittelalter. Eine solche Erwärmung von Atlantikwasser in der Framstraße hebt sich wesentlich von den Klimaschwankungen der vergangenen 2.000 Jahre ab“, warnt der Geologe. Welche Auswirkungen das Schmelzen des Meereises langfristig auf uns haben wird, kann bisher nicht abschließend belegt werden.

Phytophthora ramorum: Neuer Pilz bedroht Waldbestände Europas

Mitte der Neunziger wurden in den US-amerikanischen Wäldern erstmals „blutende“ Eichen entdeckt, die in relativ kurzer Zeit starben. Jäher Eichentod wurde die neue Baumkrankheit genannt, die längst auch in Europa Einzug gehalten hat. Hier sind es neben Bäumen auch Zierpflanzen wie der Rhododendron, die davon betroffen sind. Verursacht wird die Krankheit durch einen bis dahin unbekannten Pilz; Phytophthora ramorum. Inzwischen hat der Befall des Waldes erschreckende Ausmaße angenommen. In Großbritannien starben in den vergangenen Jahren Millionen Lärchen und auch in den USA konnte das Fortschreiten der „Infektion“ zwar verlangsamt werden, aufhalten lässt sie sich bisher allerdings nicht. Das liegt in erster Linie daran, dass jeder befallene Baum einzeln mit den Pilz-tötenden Pestiziden behandelt werden muss. Obwohl in Europa bisher nur Großbritannien unter dem Erreger zu leiden hat, ist die EU inzwischen besorgt. Den der Erreger scheint aus bisher nicht geklärten Gründen schnell seine Vorlieben für eine bestimmte Baumart wechseln zu können. Dies könnte EU-weit zu wirtschaftlichen Schäden in Milliardenhöhe führen, zusätzlich zu der steigenden Umweltbelastung durch die schnelle Vernichtung ganzer Waldbestände. Erste Untersuchungen lassen Wissenschaftler hoffen, dass die Ausbreigung des Pilzes aufgrund der Wetterbedingungen auf Großbritannien beschränkt bleibt. Sabine Werres vom Julius-Kühn-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen denkt; „An der kalifornischen Westküste herrscht die meiste Zeit im Jahr eine hohe Luftfeuchtigkeit, was für die Vermehrung des Erregers günstig ist. Regen- und Nebeltröpfchen können den Erreger außerdem sehr einfach von befallenen Blättern aus verbreiten.“ Falls sie sich irrt, könnte der Pilz in den kommenden Jahren an unserem ohnehin geringen Baumbestand, große Schäden anrichten.

Branche fordert Steuererleichterung für Elektromobile

Der Fahrzeugbauer Daimler plant die Einführung von vier weiteren Elektrofahrzeugmodellen. Die Firma wird einen Smart, den Vito, sowie A-und B-Klasse zukünftig auch mit Elektromotor anbieten, wie jetzt Thomas Weber, Leiter der Entwicklungsabteilung in einer Presseerklärung bekannt gab: “ … zeitnah in die Preislisten aufnehmen und sie zum Kauf anbieten. Der Kunde wird in Kürze Elektroautos ganz normal kaufen können.“ Matthias Wissmann, der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, fordert in dem Zusammenhang die Regierung auf, steuerliche Erleichterungen für Elektrofahrzeuge einzuführen. Wissmann: „Finanzielle und steuerliche Impulse, verkehrsrechtliche Anreize und infrastrukturelle Anpassungen müssen zu einem Elektromobilitätspaket zusammengefügt werden“. Als Beispiel nannte er Frankreich, wo für jedes gekaufte Elektrofahrzeug eine staatliche Prämie gezahlt wird. Außerdem wies er auf die Vorteile einer wirtschaftlichen Vormachtstellung Deutschlands in der Elektromobilität hin. Dafür bräuchte es aber nicht nur einer umfangreichen Zell- und Batteriesystem-Produktion im Land, sondern vor allem besser geförderte Hochschulen und Forschungsinstitute im Bereich Maschinenbau und Elektrochemie.

Ölkatastrophe: Methangas in Rekordzeit abgebaut

Zur Überraschung der Wissenschaftler, hat eine aktuelle Studie von Geochemiker David Valentine gezeigt, dass bereits im vergangenen September der Großteil des bei der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko mit ausgeströmten Methangases von Bakterien zersetzt worden ist. Valentine: „Diese Bakterien wirken wie ein Filter und haben eine wichtige Funktion, denn sie verhindern, dass das Methan in die Atomsphäre eindringt“. Methangas macht circa 20 Prozent des Ölteppichs aus, der durch das Leck am Borloch nach der Explosion der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ ausgelaufen ist. Insgesamt fünf Millionen Barrel Rohöl flossen in den drei Monaten, die es dauerte das Bohrloch zu schließen, in den Golf von Mexiko. Leider bezieht sich die überraschende Geschwindigkeit, mit der die Bakterien das Treibhausgas abgebaut haben, nicht auch auf die restlichen Bestandteile des Ölteppichs. Wie lange es dauern wird, bis dieser völlig zersetzt ist, kann bisher noch keiner der Wissenschaftler genau abschätzen.

Erneuerbare Energien: EU auf guten Weg

Der Wirtschaftsverband European Wind Energy Association (EWEA) hat in einer aktuellen Analyse festgestellt, dass die Europäische Union ihr Ziele im Bereich der Einführung erneuerbarer Energien bis 2020 vermutlich übertreffen wird. Auf Grundlage der bisherigen Entwicklung ist damit zu rechnen, dass in den Staaten der EU innerhalb der nächsten zehn Jahre mehr als zwanzig Prozent des gesamten bereitgestellten Stroms über regenerative Energien erzeugt werden kann. Lediglich Luxemburg und Italien können die von der EU festgelegten Vorgaben bis dahin vorrausichtlich nicht erfüllen, ohne zusätzlich Ökostrom von anderen Ländern zu kaufen. Trotzdem mahnt der EWEA-Kommunikationssprecher Julian Scola, dass sich die Regierungen nicht auf „ihren Lorbeeren ausruhen“ dürfen: „Es ist immer noch eine Menge zu tun, um diese Ziele tatsächlich zu erreichen.“ Vor allem im Bereich des Netzausbaus, besteht noch ein großer Handlungsbedarf. Auch aktuelle Verzögerungen beim Bau von Windparks sollten schleunigst behoben werden.