Archiv der Kategorie: Wissenschaft

Bauchklatscher bei Fröschen…

Evolution ist in diesen Tagen eines der spannendsten Gebiete für Wissenschaftler. Durch die Entschlüsselung des Genoms ist es jetzt möglich, allmählich die tatsächliche Verwandtschaft zwischen den Arten zu erkennen und die jeweils gemeinsamen Vorfahren zu ermitteln.

Aber auch Körperbau und Verhalten der Tier sagen viel über ihren bisherigen Entwicklungsverlauf aus. So stellten Biologen jetzt überrascht fest, dass einige urtümliche Frösche, also Amphibien die ihren Vorfahren noch stark ähneln, zwar in der Lage sind wie erwartet zu springen, aber große Defizite bei der Fähigkeit, gut zu landen haben. Diese Tiere haben es bis heute nicht gelernt, schon im Sprung die Beine anzuziehen, um sauber aufzusetzen. Sie landen auf dem Bauch, oder den Vorderbeinen. Daraus schließen die Forscher, dass sie in der Vergangenheit eher ins Wasser flüchten mussten, während ihre Landungssicheren Verwandten, eher Grund hatten, aus dem Wasser an Land zu flüchten.

Gräser schützen Landkinder vor Allergien

Wie Forscher aus Bochum, München und Borstel in der aktuellen Ausgabe des „Journal of Allergy and Clinical Immunology“ berichten, wurde in Versuchen mit Mäusen herausgefunden, dass das in Gräsern enthaltene Zuckermolekül Arabinogalaktan, wie es beispielsweise im Wiesenfuchsschwanz enthalten ist, überschießende Abwehrreaktionen verhindere.

Das Kinder, die auf dem Land zu Hause sind, weniger an Allergien erkranken ist schon seit langem bekannt. Jetzt haben die Forscher eventuell die Ursache dafür erkannt und können eventuell in einigen Jahren mit neu entwickelten Medikamenten gegen Allergien vorgehen.

Großes Gehirn – langes Leben?

Niederländische und spanische Wissenschaftler, haben jetzt bei der Auswertung der Lebensdaten von 500 Tierarten, eine Statistik erstellt die zeigt, dass ein größeres Gehirn an eine längere Lebenszeit gekoppelt ist. Jahrelang fragten sich Biologen, warum sich so viele Tierarten ein, im Verhältnis zu ihrer Körpergröße, so großes Gehirn „leisten“. Aber so neu ist die Antwort nun auch wieder nicht. Das Gehirn, dass wir Menschen hauptsächlich mit unserem Denken in Verbindung bringen, ist die Schaltzentrale für alle zu koordinierenden Vorgänge im Körper. Jede Bewegung, jede Aufnahme von Reizen über unsere Sinnesorgane, wird ebenso vom Gehirn gesteuert, wie die ständig unbemerkt ablaufenden Systeme zur Lebenserhaltung, wie die Atmung, die Verdauung und das Wachstum. Auch das was wir unter Denken verstehen, ist nur eine Verbesserung der Verarbeitung eingehender Daten, wie sie auch schon von den kleinsten Lebewesen durchgeführt wird. Ein größeres Gehirn bedeutet also zuerst einmal, eine genauere und dadurch effizientere Steuerung unserer Körperfunktionen. Dazu kommt eine bessere Anpassung und Ausnutzung an sich ändernden Umweltbedingungen. Gleichzeitig benötigt ein großes Gehirn auch eine längere Reifezeit und dadurch in der Regel auch eine bessere und längere elterliche Versorgung. Das wiederum begünstigte im Laufe der Evolution die Weitergabe von Genen, deren Träger etwas länger lebten. So führt ein größeres Gehirn nicht nur zu einem längeren Leben, es ist auch davon abhängig.

„Prähistorische“ Haiart entdeckt

Das Great Barrier Reef – das Große Barriereriff vor der Australischen Küste, ist das größte Korallenriff der Welt. Die UNESCO erklärte es schon vor knapp dreißig Jahren zum Weltkulturerbe und stellte es damit unter den besonderen Schutz aller Menschen. Das die Entscheidung angemessen ist, zeigt ein Blick in dieses Riff, dass oft auch als eines der Weltwunder bezeichnet wird. Hier leben über 1500 Fischarten, 359 Korallenarten, tausende Arten von Weichtieren, Vögel, Schildkröten und Wale. Durch die vielen Versteckmöglichkeiten, die das Riff bietet, ist es unmöglich sicher alle hier lebenden Tierarten zu bestimmen. Mit ferngesteuerten Unterwasserkameras ist es australischen Wissenschaftlern jetzt gelungen mehrere, bis dahin völlig unbekannte neue Arten zu entdecken, darunter auch einige, die man für seit Millionen Jahren ausgestorben hielt. Justin Marshall, der Leiter des Forschungsteams, erzählt begeistert von einer aufgenommenen „Prähistorischen“ Haiart, deren Vorkommen in der heutigen Zeit, Niemand vermutet hatte. „Jetzt sind die Kameras in der Lage, das Verhalten und das Leben in der größten Biosphäre Australiens, der Tiefsee, aufzunehmen.“ Die dafür eingesetzten Kameras, wurden speziell für Aufnahmen in 1400 Metern Tiefe entwickelt und werden vermutlich noch etliche Überraschungen ans Tageslicht bringen. Vorrausgesetzt, wir lassen nicht zu, dass durch Unachtsamkeit und Profitgier auch dieses Biotop vorher zerstört wird. Bereits zwei mal in diesem Jahr, haben von Erdölfirmen verursachte Unfälle in der Nähe des Riffs Teile der Tier-und Pflanzenwelt nachhaltig geschädigt.

Wüsten-Solarstrom-Projekt Desertec kommt schnell voran

Die Verhandlungen mit den Nordafrikanischen Ländern, über das geplante Wüsten-Solarstrom-Projekt Desertec, verlaufen günstiger und schneller, als von den Verantwortlichen ursprünglich gedacht. Projektleiter Ernst Rauch sprach in einem Interview, dass er der „Süddeutschen Zeitung“ gab, von einem möglichen Baubeginn im Jahr 2013. Da zwei Jahre für den Bau der gesamten Anlage veranschlagt wurden, könnte der erste Strom bereits 2015 nach Europa geliefert werden. Beteiligt an den Verhandlungen sind die Regierungen von Tunesien, Algerien und Marokko. Als schwierig gestaltet sich dabei eher die europäische Regelung, nach der nur nationaler Ökostrom staatlich gefördert wird. Dies muss sich ändern, will man Desertec eine Chance auf Erfolg geben. Allerdings hat die Europäische Union bereits festgelegt, dass bis zum Jahr 2012, „die Grenzen für Ökostrom aus dem Ausland fallen“ müssen.

Bei Desertec handelt es sich um ein solarthermisches Kraftwerk, das mit Hilfe von Spiegeln das einfallende Sonnenlicht in Wärme umwandelt und damit Turbinen antreibt. Aufgrund der günstigen Lichtbedingungen, eignen sich Wüsten besonders gut, für eine solche Anlage.

Konzipiert wurde das Solarstromprojekt von der Versicherungsfirma „Munich Re“, dass insgesamt 400 Milliarden Euro kosten wird. Eine gewaltige Summe, die aber auch zeigt, was für Gewinne in der Erzeugung und dem Vertrieb von Strom erzielt und für die Zukunft erhofft werden.