Archiv der Kategorie: Wissenschaft

Eiklar gegen Milzbrand

Die Sporen der Milzbranderreger sind erstaunlich widerstandsfähig. Weder Trockenheit noch Hitze oder Kälte können ihnen etwas anhaben. Allerdings gibt es für alles ein Gegenmittel – man muss es nur finden. Das ist amerikanischen Forschern jetzt gelungen, die ein antibakterielles Enzym gefunden haben, dass die netzartig verbundenen Zuckermoleküle zerstört, aus dem die Zellwand der Bakterien besteht. Das Gute ist, dass dieses Lysozym in großer Menge im Eiklar unserer Hühnereier enthalten ist. Dadurch lässt es sich leicht als Nahrungsmittelzusatz verwenden, um im Falle eines wie schon häufiger angedrohten Anschlages mit Milzbranderregern, Nahrungsmittel gegen die Bakterien zu immunisieren. Erste Tests mit Fleisch und Milch haben diese Wirkung bestätigt. Jetzt sollen weitere Versuche zeigen, in welcher Verarbeitungsstufe dieses Lysozym eingesetzt werden müsste, um nicht durch zu hohe Temperaturen zerstört zu werden, wogegen das Lysozym im Gegensatz zum Milzbranderreger nicht gefeit ist.

Das Geheimnis der Schwarmintelligenz

Schwarmintelligenz, wie sie zum Beispiel bei vielen Insekten und Fischen vorkommt, ist uns Menschen noch immer ein Rätsel. Das Prinzip: „Der Einzelne weiß nichts, das Kollektiv weiß alles“ widerspricht unserem Wissen von der Funktionsweise der Welt und vor allem unseres Gehirns. Ein Schwarm jedoch besteht zwar aus einzelnen Individuen, bewegt sich aber wie ein einziger Organismus. Das der Schwarm möglichst keine falschen Entscheidungen trifft, ist gerade bei Fischen entscheidend für das Überleben. Dabei haben Schwärme jedoch keinen Führer. Wie sie es trotzdem schaffen, meist die richtige Entscheidung zu treffen, dass untersuchen zum Beispiel Forscher der Leibnitz-Universität in Berlin. Sie entwickelten dafür einen kleinen Roboter-Fisch, den sie von Außen steuern können. Diesen setzten sie in einen kleinen Schwarm und beobachteten, wie die anderen Tiere auf ihn reagierten. Tatsächlich folgten sie seinen Bewegungen, auch wenn diese für die Tiere ungünstig waren. So gelang es dem „Neuen“ beispielsweise, den Schwarm von einer guten Futterstelle durch seine Abkehr weg zu locken. Das funktioniert allerdings nur, so lange der Schwarm sehr klein ist. Wird die Zahl der Fische die einen Schwarm bilden vergrößert, folgen die Tiere dem Robo-Fisch nur, wenn die von ihm durchgeführte Richtungsänderung sinnvoll ist. Den Schwarm von einer sicheren Futterstelle weg zu führen gelingt schon nicht mehr, wenn der Schwarm eine Größe von circa zehn Tieren hat. Das bedeutet, dass die Fehler einzelner Tiere eine geringere Auswirkung auf den ganzen Schwarm haben, je größer der Schwarm ist.

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Gen für Schmerzempfinden entdeckt!

Forscher einer israelischen Universität in Jerusalem haben jetzt das Gen entdeckt, das für unser Schmerzempfinden bei Nervenverletzungen zuständig ist. Dies ist ein enormer Fortschritt, für die Bekämpfung chronischer Schmerzen. Prinzipiell sind Schmerzen als Warnsystem unseres Körpers zwar notwendig, doch dadurch, dass wir unser erreichbares Lebensalter in sehr kurzer Zeit verdoppelt haben, ist die Anzeige eines Defektes unseres Körpers der nicht beseitigt werden kann, eher schädlich als hilfreich. Fast 20 Prozent aller erwachsenen Menschen sind von chronischen Schmerzen betroffen. Mit dem Wissen um die Lage des dafür zuständigen Genes kann jetzt gezielt nach dessen Wirkungsweise und darauf aufbauend nach einer Möglichkeit der Abschaltung des Gens gesucht werden.

Erste Volkszählung im Meer

Nur sehr wenig, ist über den größten Lebensraum der Erde, die Meere, bekannt. Gerade in der Tiefsee leben Arten, die wir gerade erst beginnen zu entdecken. Doch die Uhr tickt. Denn längst sterben auch viele uns noch nicht bekannte Arten, aufgrund der immer stärkeren Verschmutzung der Meere aus. Bohrlöcher, die nicht unter Kontrolle zu bekommen sind, wie aktuell die von BP verursachte Katastrophe im Golf von Mexiko, Öltanker, die aufgrund fehlender Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen Öl verlieren und die so billige Abfallbeseitigung durch Einleitung von Abwässern in Flüsse und Meere, vergiften das Wasser irreperabel.

2000 Forscher aus 80 Ländern versuchen jetzt gemeinsam, die derzeit lebenden Tierarten unserer Meere zu zählen, bevor die Hälfte von ihnen ausgestorben ist. Am vielfältigsten ist nach derzeitigem Kenntnisstand, die Fauna im Gebiet um Australien und Japan. Jeweils über 33.000 verschiedene Arten, wurden bisher dort ermittelt. Dazu gehören auch weitestgehend unbekannte und selten zu sichtende Arten, wie die Urzeit-Krake Megaleledone setebos oder der Lampenfisch. Auch der Golf von Mexiko, gehörte bisher zu den Artenreichsten Gebieten der Welt. Dabei machen die Fische nur den für uns sichtbaren, aber auch kleinsten Anteil an Arten aus. Krebstiere wie Shrimps, Hummer, Krabben, Krill, oder Seepocken, sowie verschiedenste Kleinstlebewesen und Bakterien, die die Grundlage allen Lebens darstellen, haben eine wesentlich höhere Artenvielfalt aufzuweisen. Gerade sie sind es leider auch, die am stärksten von den eingeleiteten Giften bedroht sind. Ihr Aussterben wird das Sterben vieler Fische und Krebstiere nach sich ziehen. Wenn die derzeit laufende „Volkszählung“ im Oktober abgeschlossen ist, werden einige der aufgeführten Tierarten schon ausgestorben sein.

Biopatente vor Umgestaltung?

Patente dienen dem Schutz des Erfinders vor dem Diebstahl seiner Idee, deren Umsetzung ihn oft sehr viel Zeit und Geld kostet. Doch wie sieht das bei Biopatenten aus? Die Wissenschaft, die Diese erst ermöglicht hat, wurde und wird von allen Menschen bezahlt und ist auch in Zukunft auf eine enge, Grenzübergreifende Zusammenarbeit angewiesen. Angst vor einem „Diebstahl“ der Ideen, könnte hier Entwicklungen auf Jahre blockieren und verzögern. Bundeswirtschaftsministerin Ilse Aigner hat sich an den Präsidenten des Europäischen Patentamtes gewandt, um die Möglichkeit der Biopatente einzuschränken. In einem offenen Brief schrieb sie; „Eine Konzentration auf wenige, profitable Pflanzensorten oder Tierrassen gefährdet die biologische Vielfalt“ und könne zu einer „deutlichen Einschränkung des Wettbewerbs in der überwiegend mittelständisch geprägten europäischen Züchtungs- und Landwirtschaft führen„. Sie verlangt, neue Verfahren bei Tieren, Pflanzen und Menschen nicht wie normale technische Neuerungen zu behandeln. „Die Schöpfung gehört allen Menschen“.